ley'ſche Familie eine Zufluchtsſtätte gefunden hatte; und dieſes Mädchen hatte an manchen vorangegangenen Tagen ſich, obwohl vergebens, bemüht, Amalien beizuſtehen, oder dieſelbe zu tröſten. Emmy aber war viel zu traurig, um ihr zu antworten, oder ſelbſt die Verſuche zu bemerken, ſo die andere zu ihren Gunſten machte.
Vier Stunden nach dem Geſpräche zwiſchen Dobbin und Osborne kam dieſes Dienſtmädchen in das Zimmer Amaliens, wo dieſelbe, wie gewöhnlich, das heißt, ſtille über ihren Briefen — ihren kleinen Schätzen — brütend, ſaß. Das lächelnde, ſchelmiſch und froh ausſehende Mäd⸗ chen machte mancherlei Verſuche, die Aufmerkſamkeit der armen Emmy auf ſich zu ziehen. Dieſe aber beachtete ſie ganz und gar nicht.
„Miß Emmy!“ ſagte das Mädchen.
e „Komme gleich,“ ſagte Emmy, ohne ſich umzu⸗ ehen.
„Da iſt eine Botſchaft,“ fuhr das Mädchen fort. „Da iſt Etwas — Jemand; — da iſt ein neuer Brief an Sie; — leſen Sie doch die alten nicht mehr.“
Und ſie übergab ihr einen Brief, den Emmy nahm, und las.
„Ich muß Dich ſprechen,“ ſagte der Brief. „Theuerſte Su — theuerſte Geliebte — theuerſtes Weib, komm⸗ zu mir.“
George und ihre Mutter ſtanden vor der Thüre, und wollten warten, bis ſie den Brief geleſen.


