Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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er wirklich den Muth, nach Amalien zu fragen, die, wie gewöhnlich, oben in ihrem Zimmerchen ſaß, und die ihre Mutter zitternd die Treppe herabführte.

Sie ſah ſo todtenblaß aus, und ihr verzweiflungs⸗ voller Blick war ſo pathetiſch, daß der ehrliche William Dobbin bei dem Anblicke ganz erſchrak, und auf dem bleichen, unbeweglichen Geſichte die ſchlimmſten Vorbe⸗ deutungen las. Als ſie einige Minuten bei ihm ſo dage⸗ ſi hatte, gab ſie ihm das Packet in die Hand, und ägte

„Bringen Sie dieſes Capitän Osborne, und — und ich hoffe, er befindet ſich recht wohl — und es war recht freundlich von Ihnen, daß Sie uns beſuchten — und unſer neues Haus gefällt uns ungemein. Und ich — ich denke, ich will wieder hinaufgehen, Mama, denn ich fühle mich nicht gar ſtark.“

Und mit dieſen Worten, und einem Knickſe, und einem Lächeln verabſchiedete ſich das arme Kind. Die Mutter warf qualvolle Blicke auf Dobbin, als ſie Amalie hinauf⸗ führte. Einer ſolchen Aufforderung bedurſte es bei dem guten Burſchen nicht. Er ſelbſt liebte ſie viel zu zärtlich, als daß ſo Etwas nothwendig geweſen wäre. Ein unaus⸗ ſprechlicher Kummer, ein unausſprechliches Mitleid, und ein unausſprechlicher Schrecken verfolgten ihn, und er ging, nachdem er ſie geſehen hatte, hinweg, wie ein Ver⸗ brecher.

Als Osborne hörte, daß ſein Freund ſie aufgefunden, erkundigte er ſich auf's Angelegentlichſte und Aengſtlichſte nach dem armen Kinde. Er wollte wiſſen, wie es ihr gehe; wie ſie ausſehe; was ſie ſage. Sein Kamerad ergriff ſeine Hand, und ſah ihm in's Geſicht.

„George, ſie ſtirbt dahin,“ ſagte William Dobbint — ſonſt konnte er Nichts ſprechen.

Ein munteres iriſches Dienſtmädchen verrichtete alle häuslichen Arbeiten in dem kleinen Hauſe, wo die Sed⸗

Der Jahrmarkt des Lebens. I. 3