Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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gegenwärtigen Alter, ſo hold, ſo unſchulbig, ſo bezaubernd einfach, und ungekünſtelt liebevoll und zärtlich geſehen.

Welch' ein Schmerz, dieſes Alles nun verlieren zu müſſen: es beſeſſen, und nicht gehörig geſchätzt zu haben! Tauſend in ihrer Einfachheit liebliche Scenen und Erin⸗ nerungen drängten ſich ſeinem Geiſte auf: — ſtets ſah er ſie darin gut und ſchön. Und was ihn ſelbſt anlangte, ſo wurde er vor Scham und Reue roth, bei der Erin⸗ nerung an ſeine Selbſtſucht und Gleichgültigkeit, wenn er ſie jener vollkommenen Relnheit gegenüber ſtellte. Eine Weile war Ruhm, Krieg und Alles vergeſſen, und die zwei Freunde ſprachen einzig und allein von ihr.

„Wo ſind ſie?“ fragte OsPorne, nach einem langen Geſpräche, und einer langen Pauſe, — und in der That nicht wenig beſchämt durch den Gedanken, daß er keiner⸗ lei Schritte gethan, um ihr zu folgen. „Wo find ſie? In dem Billet finde ich keine Adreſſe.“

Dobbin wußte es. Er hatte nicht nur das Pianoforte geſchickt, ſondern auch an Mrs. Sedley einige Zeilen ge⸗ ſchrieben, und um Erlaubniß gebeten, ſie beſuchen zu dürfen: — und er hatte ſie, ſowie Amalie geſtern geſehen, ehe er wieder nach Chatham ging; und, was noch mehr ißt, den Abſchiedsbrief und das Packet, wodurch ſie in ſolche Rührung verſetzt worden waren, mitgebracht.

Der gutmüthige Burſche hatte Mrs. Sedley nur zu bereitwillig gefunden, ihn zu empfangen. Die gute Dame war ungemein bewegt wegen der Ankunft des Pianofortes, das, wie ſie vermuthete, von George kommen mußte, und ein Zeichen ſeiner Freundſchaft war. Capitän Dobbin zog die würdige Dame nicht aus ihrem Irrthum, ſondern hörte mit großer Sympathie ihrer ganzen Leidens⸗ geſchichte zu — bevauerte ihre Verluſte und Entbehrungen, und fand, wie ſie, das Benehmen des Herrn Osborne gegen ſeinen erſten Wohlthäter grauſam und verwerflich. Als ſie ihr überſtröͤmendes Herz etwas erleichtert hatte, und mit vielen ihrer Sorger herausgerückt war, hatte