30
gebroch en ſei; und gab ihm an jenem Abende eine ſchöne Summe Geldes, um die neuen Kleider und Epauletten zu bezahlen, in denen er ſo ſiattlich ausſah. Geld konnte der freigebige junge Mann ſlets brauchen, und ſo nahm er es denn ohne viele Worte an. Die Plakate waren an dem Hauſe Sedley's angeklebt, wo er ſo viele, viele glück⸗ liche Stunden zugebracht hatte. Er konnte ſie im Mond⸗ ſcheine weiß glänzen ſehen, als er an jenem Abende aus dem väterlichen Hauſe nach den Old Slaughters ging, wo er logirte, wenn er in der Stadt war. Das gute bequeme Haus hatte ſich alſo vor Amalien und ihren Eltern verſchloſſen: wo mochten ſie wohl eine Zufluchts⸗ ſtätte gefunden haben ? Der Gedanke, daß ſie ruinirt ſeien, afficirte ihn nicht wenig. Jeénen Abend war er im Kaffeezimmer des Slaughters Hotels ſehr melancholiſch; und er trank viel, wie ſeine Kameraden dort bemerkten.
Bald kam Dobbin; derſelbe warnte ihn vor dem vielen Trinken, worauf George ſagte, daß er es nur thue, weil ſeine Stimmung eine verdammt gedrückte ſei; als aber ſein Freund begann, plumpe Fragen an ihn zu richten, und von ihm in bedeutſamer Weiſe Neuigkeiten wiſſen wollte, lehnte Osborne es ah ſich mit ihm in ein Ge⸗ ſpräch einzulaſſen; dabei geſtand er jedoch, daß er ver⸗ teufelt unruhig und unglücklich ſei.
Drei Tage darauf fand Dobbin Freund Osborne auf ſeinem Zimmer in der Kaſerne: — mit dem Kopfe auf dem Tiſche; um ihn her lagen eine Menge Papiere, und die Stimmung des jungen Capitäns war offenbar eine äußerſt kleinmüthige.
Sie hat — ſie hat mir einige Gegenſtände zurück⸗ geſchickt; die ich ihr geſchenkt — verdammtes, miſerables Lumpenzeug. Sieh' her!“ ſagte Osborne.
Und es lag wirklich ein kleines Packet da, von einer wohlbekannten Hand adreſſirt an Capitän George Osborne; und einige Gegenſtände konnte man zerſtreut herumliegen ſehen — einen Ring, ein ſilbernes Meſſer, das er als


