trauet Euch und Jedermann. Verheirathet Euch, wie ſie's in Frankreich machen, wo Adovokaten die Rolle der Brautjungfern und Vertrauten übernehmen. Auf jeden Fall müßt Ihr Euch hüten, Gefühle zu hegen, die Euch Unbehaglichkeit verurſachen können, oder ein Verſprechen zu geben, das Ihr nicht zu jeder Stunde in Eurer Ge⸗ walt habt und zurückziehen könnt. Das iſt die rechte Art, auf dem Jahrmarkte des Lebens ſein Glück zu machen, ſich Achtung zu verſchaffen, und als tugendhaft verſchrien zu werden.
Hätte Amalie die Commentare hören können, welche in dem Kreiſe, aus demder Ruin ihres Vaters ſie ſo eben vertrieben hatte, über ſie gemacht wurden, ſo würde ſie geſehen haben, welcher Art ihre Verbrechen waren, und wie ſehr ihr guter Ruf gefährdet war. Von einer ſo eriminellen Unklugheit hatte Mrs. Smith noch nie ge⸗ hört; ſolch' abſcheuliche Vertraulichkeiten hatte Mrs. Brown ſtets verdammt, und die Folgen davon ſollten nun
ihren Töchtern zum warnenden Beiſpiele dienen. „Capi⸗
tän Osborne kann natürlich die Tochter eines Bankerot⸗ tirers nicht hetrathen,“ ſagten die Miß Dobbins. „Es war gewiß genug, daß ſein Vater von dem alten Sedley beſchwindelt wurde. Was die kleine Amalie betrifft, ſo überſchritt am Ende ihre Thorheit gewiß alle —“ „Alle was?“ brüllte Capitän Dobbin. „Waren ſie nicht ſchon ſeit ihrer Kindheit mit einander verlobt? War es nicht ſo gut, wie eine Heirath? Unterſteht ſich eine Menſchenſeele auch nur ein Wort gegen das lieblichſte, reinſte, zärtlichſte, himmliſchſte aller Mädchen zu ſagen?“ „Ei, ei, William, ſei doch nicht gleich oben aus, ſei nicht ſo kurz angebunden, wenn Du uns Dir gegenüber haſt. Wir ſind keine Männer. Wir können uns nicht mit Dir ſchlagen,“ ſagte Miß Jane. „Wir haben Nichts gegen Miß Sedley geſagt, als daß ihr ganzes Benehmen durchaus unvorſichtig geweſen ſei, um nichts Schlim⸗


