Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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Tag ſeltſamer vor. Auch hatte ſie Ahnungen, und hegte Befürchtungen, die ſie ſich ſelbſt nicht zu geſtehen wagte, obwohl ſie ingeheim immer darüber brütete.

Ihr Herz ſuchte fortwährend zu behaupten, daß George Osborne ihrer würdig und ihr treu ſei, obgleich ſie wußte, daß dem nicht ſo war. Wie Vieles hatte ſie geſagt, ohne daß ein Echo in ſeiner Perſon ihr antwor⸗ tete. Wie manchem Verdachte der Selbſtſucht und der Gleichgültigkeit hatte ſie die Spitze zu bieten, und wie hatte ſie venſelben hartnäckig niedergekämpft. Wem konnte die arme kleine Märtyrerin dieſe tagtäglichen Kämpfe und Qualen vertrauen? Ihr Held jelbſt verſtand ſie nur halb. Sie wagte es nicht, ſich zu geſtehen, daß der Mann ihrer Liebe unter ihr ſtehe; oder zu fühlen, daß ſie ihr Herz zu bald weggeſchenkt. Da dieß nun aber ein⸗ mal geſchehen, ſo war das reine, ſchamhafte Mädchen zu beſcheiden, zu zärtlich, zu vertrauensvoll, zu ſchwach, zu ſehr Weib, um es zurückzunehmen. Wir verfahren mit der Liebe unſerer Frauen, wie die Türken, und haben ſie auch zur Anerkennung unſerer Lehre gezwungen. Wir laſſen ihre Körper ziemlich frei herumgehen, und laſſen ſie lächeln, und laſſen ſie Locken und Roſahüte tragen, um ſie dahinter zu verbergen, anſtatt ihnen Schleier und Yak⸗ maks aufzuerlegen. Aber ihre Seelen dürfen nur von einem einzigen Manne geſehen werden, und ſie gehorchen nicht ungern, und geben ihre Einwilligung dazu, daß ſie als unſere Sklavinnen zu Hauſe bleiben, uns bedienen und gemeine, mühſame Arbeit für uns verrichten wollen.

So gefangen und gequält war dieſes ſanfte kleine Herz, als im Monate März, Anno Pomini 1815, Na⸗ poleon zu Cannes landete, und Ludwig XVIII floh, und ganz Europa in Unruhe verſetzt ward, und die Papiere ſielen, und der alte John Sedley zu Grunde gerichtet wurde.

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