Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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fiel faſt zu Boden. Er dachte, die Nachricht würde ſeine Frau zu Boden drücken, ſeine Frau, der er nie ein har⸗ tes Wort gegeben hatte. Aber er war es, der am Tief⸗ ſten bewegt war, ſo plötzlich auch der Schlag für ſie kam. Als er in ſeinen Stuhl zurückſank, war es die Frau, ſo das Amt eines Tröſters übernahm. Sie ergriff ſeine zitternde Hand, und kußte dieſelbe, und legte ſie um ihren Hals: ſie nannte ihn ihren John — ihren theuren John — ihren alten Mann — ihren guten alten Mann; ſie hatte hundert unzuſammenhangende Worte der Liebe und Zärtlichkeit für ihn; ihre treue Stimme und ihre einfachen Liebkoſungen bereiteten dieſem betrübten Herzen ein unaus⸗ ſprechliches Entzücken und zugleich eine unausſprechlich ſfüße Qual, und erfreuten und erguickten ſeine von der Laſt darniedergedrückte Seele.

Nur ein einziges Mal im Laufe der langen Nacht, als ſie ſo bei einander ſaßen, und der arme Sedley ſeine verſchloſſene Seele öffnete, und die Geſchichte ſeiner Ver⸗ luſte und Verlegenheiten — den Verrath einiger ſeiner älteſten Freunde — die männliche Güte Anderer, von de⸗ nen er ein ſolches Betragen nie erwartet — in einer Ge⸗ neralbeichte erzählte — nur ein Mal zeigte ſie ſich da bewegt.

„Mein Gott, mein Gott! es wird unſerer Emmy das Herz brechen,“ ſagte ſie.

Der Vater hatte das arme Mädchen vergeſſen. Sie lag, wachend und unglücklich oben in ihrem Zimmer. Umgeben von Freunden und gütigen Eltern, war ſie in ihrem eigenen Hauſe einſam. Wie vielen Leuten kann man Alles erzählen? Wer iſt offen, wo keine Sympa⸗ thie iſt, oder wer fühlt ſich berufen, mit denen zu ſpre⸗ chen, die Einen nie verſtehen können? So war unſere ſanfte Amalie einſam. Sie hatte, ſo zu ſagen, keine Ver⸗ traute, ſeitdem ſie Etwas zu vertrauen hatte. Sie konnte mit der alten Mutter nicht über ihre Zweifel und Sorgen ſprechen; ihre dereinſtigen Schweſtern kamen ihr jeden