Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

und dann ſprechen ſie von der Art, wie der junge Dives ſein Vermögen durchbringt.

Wie ganz anders ſieht nun das Haus aus! Die Fagade iſt mit Plakaten beveckt, worin mit in die Augen fallenden Uncial⸗Buchſtaben die zu verkaufenden Möbeln einzeln aufgeführt find. Aus einem der oberen Fenſter hängt ein Stück von einem Teppiche heraus — ein hal⸗ bes Duzend Reffträger lungert auf der ſchmutzigen Haus⸗ treppe herum — die Vorhalle iſt mit ſchmutzig ausſehen⸗ den Gäſten, die ſich durch ihre vrientaliſchen Geſichter bemerklich machen, Dir gedruckte Karten in die Hand drücken, und ſich Dir als Erſteigerer anbieten, angefüllt. In den obern Zimmern treiben ſich alte Weiber und Lieb⸗ haber herum, welche die Bettvorhänge befühlen, die Hand in die Federn tauchen, an den Matratzen reiben, und Klei⸗ derkäſten, Weißzeugkäſten und Kommoden auf⸗ und zu⸗ machen. Unternehmende junge Hausfrauen nehmen von den Spiegeln und den Vorhängen das Maaß, um zu ſehen, ob ſie für die neue Haushaltung paſſen, — (Snob prahlt noch nach Jahren, daß er dieſes oder jenes in der Dives'ſchen Auction erſtanden) und Herr Hammerdown ſitzt auf dem großen Speiſetiſche von Mahagoni, unten im Speiſeſaale, ſchwingt den elfenbeinernen Hammer, und wendet alle Kunſtgriffe der Beredſamkeit, den Enthuſias⸗ mus, die Bitte, den Verſtand, die Verzweiflung, an; ſchreit ſeinen Leuten zu; ſpottet über Herrn Davids wegen ſeiner Langſamkeit; feuert Herrn Moß zur Thätigkeit an; fleht, befiehlt, und brüllt, bis endlich der Hammer, gewich⸗ tig wie das Schickſal, niederfällt, — und zur nächſten Nummer übergegangen wird. D Dives! Wer hätte wohl, als wir um den breiten, in der Pracht ſeines Sil⸗ bergeſchirres und ſeiner makelloſen Leinwand ſtrahlenden Tiſch herumſaßen, es ſich einfallen laſſen, daß wir je oben an demſelben ein Gericht zu ſehen bekommen würden, wie dieſer ſchreiende Auctionator eines iſt!

Die Auction fing bereits ag, zu Ende zu gehen.