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tin ohne Zweifel für Dienſte, die ſie geleiſtet hatte, ſo beſchenkt worden.
Am zweiten Tage nach Sir Pitt Crawley's Heiraths⸗ antrag ging die Sonne wie gewöhnlich auf, und zur gewohnlichen Stunde klopfte Betty Martin, das Stuben⸗ mädchen, an die Thüre des Schlafzimmers der Gouver⸗ nante.
Sie erhielt keine Antwort, und klopfte daher aber⸗ mals. Immer noch rührte ſich Nichts, weßhalb Betty, mit dem heißen Waſſer in der Hand, die Thüre öffnete und in das Zimmer trat.
Das kleine, weiße Bett von geköpertem Barchent lag ſo glatt und zierlich da, wie den Tag zuvor, als Betty's eigene Hände daſſelbe hatten machen helfen. Zwei kleine Koffer ſtanden, mit Stricken umgeben, in einer Ecke des Zimmers; und auf dem Tiſche am Fenſter — auf dem Nadelkiſſen — dem großen, dickleibigen Navelkiſſen, das inwendig mit roſafarbener Seide gefüttert war, und, wie die Nachthaube einer Dame, ſich durch zierliche Falten bemerklich machte, — lag ein Brief. Wahrſcheinlich hatte er dort die ganze Nacht gelegen.
Betty ging auf den Zehenſpitzen darauf zu, als fürch⸗ tete ſie ſich, denſelben aufzuwecken, — ſah, mit einer Miene großer Verwunderung und Zufriedenheit, ihn an, und im Zimmer herum, nahm den Brief, und grinſte gewaltig, als ſie ihn um und umwandte, und brachte ihn endlich in Miß Briggs' Zimmer hinab.
Wie konnte Betty wiſſen, daß der Brief für Miß Briggs ſei? das mochte ich wohl wiſſen. Betty war in ihrem ganzen Leben nie in eine andere Schule gegangen, als in Mrs. Bute Crawley's Sonntagsſchule, und konnte Geſchriebenes eben ſo wenig leſen, wie hebräiſch.
„Ach, Miß Briggs,“ rief das Mädchen, „O Miß, es muß Etwas geſchehen ſein — es iſt Niemand in Miß Sharp's Zimmer; es hat Niemand im Bette geſchlafen,


