alle Tage in der Welt einen ehrlichen Herkules, der von einer Omphale gegängelt wird, und ſehen wir nicht tag⸗ täglich gewaltige, bärtige Simſone, die im Schvoße einer Delila liegen?
Als daher Beckh ihm ſagte, daß die große Kriſe nahe, und die Zeit zum Handeln gekommen ſei, erklärte „ Rawdon ſich ſo bereit, ſich unter ihren Befehl zu ſtellen, als er auf das Kommandowort ſeines Oberſten mit ſeiner Truppe eingehauen haben würde. Er brauchte nicht ein⸗ mal ſeinen Brief in den dritten Band von Porteus' Pre⸗ digten zu legen. Rebekka fand leicht ein Mittel, ſich der Briggs, die ſie begleitete, zu entledigen, und traf am fol⸗ genden Tage an „dem gewöhnlichen Orte“ mit ihrem treuen Freunde zuſammen. Sie hatte die Sache während der Nacht noch einmal überlegt, und theilte Rawdon das Reſultat ihrer Entſchlüſſe mit. Natürlich gab er zu Allem ſeine Zuſtimmung; er war vollkommen überzeugt, daß Alles recht, daß das, was ſie vorgeſchlagen, wirklich das Beſte ſei; daß Miß Crawley ſich unfehlbar erweichen, oder, wie er ſagte, nach einiger Zeit „herumbringen“ laſſen würde. Wären Rebekka's Entſchlüſſe ganz anderer Art geweſen, ſo würde er ſich doch von denſelben ganz eben ſo unbedingt haben beſtimmen laſſen. „Du haſt Kopf genug für uns Beide, Beck,“ ſagte er. „Es wird Dir gewiß gelingen, uns aus der Patſche herauszuführen. Ich habe noch nie Deines gleichen geſehen, und ich habe doch auch ſchon in meinem Leben etliche durchtriebene Spitzbü⸗ binnen gekannt.“
Und mit dieſem einfachen Glaubensbekenntniſſe ließ ſie der in den Banden der Liebe liegende Dragoner auch ſeinen Antheil an dem von ihr für ſie Beide ausgeheckten Plane ausführen.
Dieſer Plan beſtand einfach darin, daß in Bromp⸗ ton, oder in der Nähe der Kaſerne für Kapitän und Mrs. Crawley eine flille Wohnung gemiethet werden ſollte. Denn Rebekka hatte, und wie wir glauben kluger Weiſe,


