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ſo ſein konnen; aber jetzt — jetzt war Alles Zweifel und Geheimniß.
Allein Rebekka war eine junge Dame von zu vieler Entſchloſſenheit, und zu vieler Charakterſtärke, um ſich viel unnützen und unziemlichen Kummer wegen der un⸗ wiederbringlichen Vergangenheit zu machen; daher richtete ſie, als ſie gerade das rechte Maaß von Bedauern ihrem Mißgeſchicke gegoͤnnt, weislich ihre ganze Aufmerkſamkeit auf die Zukunft, die jetzt weit wichtiger für ſie war. Sie überſchaute ihre Lage mit ihren Hoffnungen, Zweifeln und Möglichkeiten.
Für's Erſte war ſie verheirathet: — das war eine unbeſtreitbare Thatſache. Sir Pitt wußte es. Sie hatte dieſes Geſtändniß nicht ſowohl in Folge einer Ueberra⸗ ſchung abgelegt, als in Folge einer plötzlichen Berechnung. Es mußte einmal gemacht werden; und warum erſt ſpä⸗ ter, und nicht gleich jetzt? Derjenige, ſo ſie jetzt ſelbſt ge⸗ heirathet hätte, mußte wenigſtens in Betreff ihrer Heirath ſchweigen. Aber wie Miß Crawley die Kunde aufnehmen würde — das war die große Frage. Rebekka war zwar einiger Maßen beſorgt; allein ſie erinnerte ſich auf der andern Seite aller Worte der Miß Crawley; erinnerte ſich der unverhehlten Verachtung, welche die alte Dame für die Geburt an den Tag gelegt; erinnerte ſich ihrer kühnen, liberalen Anſichten, ihrer allgemeinen, romanti⸗ ſchen Neigungen, ihrer faſt kindiſchen Vorliebe für ihren Neffen, und ihrer zu wiederholten Malen ausgeſprochenen Zuneigung zu Rebekka ſelbſt. Sie liebt ihn ſo ungemein, dachte Rebekka, daß ſie ihm Alles verzeihen wird: ſie iſt ſo ſehr an mich gewöhnt, vaß ich kaum glaube, daß ſie ohne mich wird leben fönnen: wenn es zum éclaircisse- ment kommt, ſo wird es eine Scene geben, und hyſte⸗ riſche Anfälle, und einen großen Zank, und dann — eine große allſeitige Ausſohnung. Jedenfalls aber konnte ein Aufſchub nicht viel nützen. Die Würfel waren gefallen, und jetzt oder morgen mußte der Ausgang durchaus der


