Und nun war ſie allein, um über die plotzlichen und wunderbaren Ereigniſſe des Tages, über das, was geſche⸗ hen war, und das, was hätte geſchehen können, nachzu⸗ denken. Welcher Art glaubſt Du, Leſer, daß die inner⸗ ſten Gefühle der Miß, nein, (ich bitte ſie um Verzeihung) der Mrs. Rebekka geweſen ſeien? Wenn weiter oben der Verfaſſer für ſich das Privilegium in Anſpruch genommen hat, einen Augenblick in Miß Amalie Sedley's Schlaf⸗ zimmer hinein zu ſehen, und mit der dem Romanſchreiber zukommenden Allwiſſenheit all' die ſanften Leivenſchaften und Schmerzen zu verſtehen, die auf jenem unſchuldigen Kopfkiſſen ſich unruhig hin und her bewegten, — warum ſollte er ſich dann nicht ebenfalls für den Vertrauten Re⸗ bekka's, für den Mann erklären, der in ihre Geheimniſſe eingeweiht ſei, der den Schlüſſel zum Gewiſſen dieſes jungen Frauenzimmers beſitze2
Alſo gut: vor Allem bedauerte Rebekka aufs Auf⸗ richtigſte und Rührendſte, daß ein wunderbares Glück ihr ſo nahe geweſen, und ſie wirklich ſich in die Nothwendig⸗ keit verſetzt geſehen, es von ſich zu weiſen. An dieſer natürlichen Gemüthsbewegung nimmt gewiß Jeder Theil, der nicht ganz auf den Kopf gefallen iſt. Welche gute Mutter würde nicht ein Mädchen bemitleiden, das, ob⸗ wohl keinen Heller beſitzend, hätte my Lady ſein, und 4000 Pfund per Jahr heirathen können? Gibt es auf dem ganzen Jahrmarkte des Lebens eine einzige junge Perſon, die kein Mitgefühl hegte für ein induſtriöſes, geiſtreiches, verdienſtvolles Mädchen, dem ein ſo ehren⸗ volles, vortheilhaftes, ärgerliches Anerbleten gerade in dem Augenblicke gemacht wird, wo es nicht mehr in ihrer Macht ſteht, daſſelbe anzunehmen? Gewiß verdient das Unglück unſerer Freundin Becky Aller Sympathie, und wir halten uns auch überzeugt, daß es ſolche erhalten werde.
Ich erinnere mich, daß ich ſelbſt einmal mich auf dem Jahrmarkte, bei einer Abend⸗Geſellſchaft, eingefunden


