Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
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ſtets ganz bereit war, ſentimental zu ſein; „Ihre Liebe wird alſo nicht erwiedert? Härmen wir uns ingeheim ab? Sagen Sie mir doch Alles, damit ich Sie tröſten kann.“

„Ich wollte, Sie koͤnnten es, theure Madam,“ ſagte Rebekka in demſelben thränenvollen Tone. „In der That, ich brauche den Troſt ſehr.“

Hier legte ſie ihren Kopf auf Miß Crawley's Schul⸗ ter, und weinte da ſo natürlich, daß die alte Dame nicht umhin konnte, ihre Sympathie zu bezeigen: ſie drückte Becky mit faſt mütterlicher Liebe an ihr Herz, betheuerte ihr unendliche Male — was ſie nicht wenig tröſtete — daß ſie ſie achte, und liebe, ja, wie eine Tochter liebe, und Alles, was in ihren Kräften ſtehe, thun wolle, um ihr nützlich zu ſein. „Und wer iſt es nun, meine Theure? Iſt es der Bruder der hübſchen Miß Sedley? Sie ſagten Etwas über eine kleine Liebesgeſchichte, die Sie mit ihm gehabt. Ich will ihn zu uns einladen, meine Theure. Und Sie ſollen ihn bekommen: gewiß das ſollen Sie.“ „Fragen Sie mich jetzt nicht,“ ſagte Rebekka. „Sie werden bald Alles erfahren. Ja, das werden Sie, theure, gütige Miß Crawley — theure Freundin, darf ich ſo ſa⸗ gen?“

„Ja, das dürfen Sie, mein Kind,“ erwiederte die alte Dame, ſie küſſend.

„Ich kann es Ihnen jetzt nicht ſagen,“ ſchluchzte Rebekka heraus; „ich bin unendlich unglücklich. Aber, ol lieben Sie mich ſtets — verſprechen Sie mir, daß Sie mich ſtets lieben wollen.“

Und inmitten gegenſeitiger Thränen — denn die Ge⸗ müthsbewegungen des jüngern Frauenzimmers hatten die Sympathien des älteren erregt — wurde dieſes Verſpre⸗ chen feierlichſt von Miß Crawley gegeben, die ihren klei⸗ nen Schützling verließ, und das theure, ungekünſtelte, weichherzige, liebevolle, unbegreifliche Geſchöpf nicht genug bewundern und ſegnen konnte.

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