Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

243

ſo lange warten, bis ihre Geſandtin in ihrer gewohnten

langſamen Weiſe ihre Operationen beendigte: ſie kam da⸗ her in eigener Perſon, und hieß die Briggs hinausgehen. Nachdem ſie der kleinen Rebekka ihre Zufriedenheit über ihr Benehmen ausgedrückt hatte, fragte ſie nach den Ein⸗ zelheiten der Unterredung, und den vorangegangenen Ver⸗ handlungen, welche das erſtaunliche Anerbieten Sir Pitt's herbeigeführt hätten.

Rebekka ſagte, ſie habe ſchon längſt ſo eine Idee von der Vorliebe gehabt, womit Sir Pitt ſie beehre, (denn er habe die Gewohnheit, ſeine Gefühle in durchaus offener Weiſe und ohne allen Rückhalt an den Tag zu legen) aber — ohne Privatgründe anzuführen, womit ſie für den Augenblick Miß Crawley verſchonen wolle — müſſe ſie ſagen, daß Sir Pitt's Alter, Stand und Gewohnheiten ſo beſchaffen ſeien, daß dieſelben eine Heirath zu einer Un⸗ moͤglichkeit machten; und könne auch außerdem ein Frauen⸗ zimmer, das ſich nur einiger Maßen achte, das nur eini⸗ ger Maßen anſtändig ſei, auf Heirathsanträge in einem Augenblicke hören, wo die verſtorbene Frau des Liebhabers noch nicht einmal eingeſcharrt ſei?

„Unfinn, meine Liebe: Sie würden ihm nimmermehr einen Korb gegeben haben, wenn nicht noch ſonſt Jemand im Spiele wäre,“ ſagte Miß Crawley, ohne Weiteres zur Sache kommend. „Sagen Sie mir Ihre Privat⸗ gründe; welcher Art ſind ſie? Einer iſt mit im Spiele; wer iſt es, der Ihr Herz erobert hat?“

Rebekka ſchlug die Augen nieder, und gab zu, daß dem wirklich ſo ſei. „Sie haben es errathen, thenre Lady,“ ſagte ſie mit lieblicher, ungekünſtelter, beinahe verſagender Stimme. „Sie wundern ſich darüber, daß ein ſo armes, ſo aller Freunde baares Mädchen Jemand zu lieben wagt, nicht wahr? Ich habe nie gehört, daß die Armuth ein gegen die Liebe ſei. Ich wollte, es wäre p

„Mein armes theures Kind,“ rief Miß Crawley, die