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„Wäre es nicht ein ſchönes Vorrecht, Miß Craw⸗ ley's Schweſter zu ſein?“ erwiederte die Briggs, ſanft ausweichend.
„Nun, am Ende hätte doch Becky eine gute Lady Crawley gegeben,“ bemerkte Miß Crawley (die durch die abſchlägige Antwort des Mädchens nicht wenig beſänftigt, und jetzt, wo ſie keine Opfer zu bringen brauchte, unge⸗ mein liberal und großmüthig war). „Sie hat Verſtand genug (viel mehr in ihrem kleinen Finger, als Sie, meine arme Briggs, in Ihrem ganzen Kopfe). Ihre Manieren ſind ausgezeichnet, ſeitdem ſie durch mich gebildet worden. Sie iſt eine Montmorench, Briggs, und das Blut iſt Etwas, obgleich ich für meinen Theil keinen Werth dar⸗ auf lege; und gewiß würde ſie ihren Platz unter den pom⸗ pöfen, dummen Leuten in Hampfhire weit beſſer ausge⸗ füllt haben, als die unglückliche Eiſenhändlerstochter.“
Wie gewöhnlich gab die Briggs ihre Zuſtimmung, und dann ſtellte man Vermuthungen über Vermuthungen an, wer denn wohl der Gegenſtand „der früheren Liebe“ ſein möchte.
„Ihr armen Creaturen, die Ihr ſo ohne alle Freunde ſeid, habt ſtets irgend ein thörichtes tendre,“ ſagte Miß Crawley. „Sie ſelbſt waren ja einmal, wie Sie wiſſen, in einen Schreiblehrer verliebt, (weinen Sie nicht Briggs — Sie weinen ja immer, und Ihre Thränen werden ihn nicht wieder lebendig machen), und ich vermuthe, die un⸗ glückliche Becky iſt ebenfalls thöricht und ſentimental ge⸗ weſen — es mag irgend ein Apotheker, oder Haus⸗ hofmeiſter, oder Maler, oder angehender Pfarrer, oder ſo Etwas im Spiele ſein.“
„Armes Ding, armes Ding!“ ſagte die Briggs (die vierundzwanzig Jahre in ihrem Leben zurückging, und an den ſchwindfüchtigen jungen Schreiblehrer dachte, deſſen
Der Jahrmarkt des Lebens. I. 16


