„Meine liebe Miß Sharp!“ rief Osborne.
„Wenigſtens bei gewiſſen Familien,“ fuhr Rebekka fort. „Sie konnen ſich indeſſen kaum vorſtellen, wie groß dabei der Unterſchied iſt. Wir ſind in Hampſhire nicht ſo reich, wie ihr glücklichen City⸗Leute. Dafür bin ich aber auch bei der Familie eines Gentleman, — von gutem, altem, engliſchem Blute. Vermuthlich wiſſen Sie, daß Sir Pitt's Vater die Pairie ausgeſchlagen hat. Und Sie ſehen, wie man mich behandelt. Ich fühle mich recht be⸗ haglich. In der That, es iſt eine ziemlich gute Stelle. Aber wie ungemein gut iſt es doch von Ihnen, ſo ſich nach meinen Verhältniſſen zu erkundigen.“
Osborne war ganz wüthend. Die kleine Gouver⸗ nante patronifirte und perfiflirte ihn, bis dieſer junge bri⸗ tiſche Lowe ſich ganz unbehaglich fühlte; auch konnte er nicht ſo viel Geiſtesgegenwart finden, um unter irgend einem Vorwande dieſem ergoͤtzlichen und höchſt angeneh⸗ men Geſpräche eine andere Wendung zu geben.
„Ich dachte doch, Sie könnten die City⸗Familien ziemlich gut leiden,“ ſagte er hochmüthig.
„Sie wollen ſagen, vergangenes Jahr, als ich gerade aus jener abſcheulichen und gemeinen Schule trat? Na⸗ türlich konnte ich ſie damals leiden. Geht nicht jedes Mädchen während der Ferien gern nach Hauſe? Und wo⸗ her hätte ich es anders wiſſen ſollen? Aber ach, Herr Osborne, was macht nicht eine achtzehnmonatliche Erfah⸗ rung! — Was machen nicht achtzehn Monate, die man, verzeihen Sie mir, daß ich mich ſo ausdrücke, bei Gent⸗ lemen zugebracht hat. Was die liebe Amalie betrifft, ſo iſt ſie, ich gebe es Ihnen zu, eine Perle, und würde über⸗ all bezaubernd ſein. „Nun kommen Sie, wie ich ſehe, allmählig in gute Laune; aber oh! ſind ſie wunderlich, dieſe City⸗Leute! Und Herr Jos — was macht der wun⸗ derbare Herr Joſeph?“
„Es ſcheint mir, daß Sie den wunderbaren Herrn


