Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22¹

Freundſchaft dadurch an den Tag, daß ſie bei ihrer neuen Vertrauten auf alle ihre frühere Freundinnen ſchimpfte (und einen rührenderen Beweis von Freundſchaft kann es wohl nicht geben), und dachte ſo hin und her, wie ſie ihr künftig noch irgend eine große Wohlthat erweiſen — wie ſie ſie zum Beiſpiel an Clump, den Apotheker, verheira⸗ then, oder ſie auf irgend eine andere vortheilhafte Weiſe verſorgen, oder wie ſie ſie auf jeden Fall nach Queen's Crawley zurückſchicken wollte, wenn ſie ihrer Dienſtlei⸗ ſtungen nicht mehr bedürfte und die volle Londoner Sai⸗ ſon begonnen hätte.

Als Miß Crawley wied iemlich ſtellt war ß Crawley wieder ſo ziemlich hergeſte —

und in den Salon hinabging, ſang ihr Rebekka Lieder oder unterhielt ſie in anderer Weiſe; als ſie wieder aus⸗ fahren konnte, mußte ſie Becky begleiten. Und wohin glaubt man wohl, daß Miß Crawley's bewundernswürdige Gut⸗ müthigkeit und Freundſchaft Rebekka bei einer ihrer erſten Ausfahrten brachte? Nach Ruſſel Square, Bloomsbury, in das Haus von John Sedley, Eſquire.

Es läßt ſich leicht denken, daß vor dieſem Ereigniſſe zwiſchen den zwei lieben Freundinnen manche Briefe ge⸗ wechſelt worden waren. Während des Aufenthaltes unſerer Rebekka in Hampſhire hatte die ewige Freundſchaft (müſ⸗ ſen wir es ſagen ²) bedeutend abgenommen, und war ſo hinfällig und altersſchwach geworden, daß ſie ganz mit Tod abzugehen drohte. Beide Mädchen hatten aber auch an ihre eigenen wirklichen Angelegenheiten zu denken: Re⸗ bekka mußte ſich in der Gunſt der Leute feſtzuſetzen ſuchen,

deren Brod ſie aß, und Amalie hatte auch an Etwas zu

denken, was ihren Geiſt völlig in Anſpruch nahm. Als die beiden Mädchen einander wieder ſahen und einander mit vem Ungeſtüm in die Arme flogen, der jungen Da⸗ men eigenthümlich iſt, vollführte Rebekka ihren Theil der umarmung mit der vollkommenſten Lebhaftigkeit und Ener⸗ gie. Die arme kleine Amalie erröthete, als ſie ihre Freun⸗