kehr hatte ihn vollſtändig unterjocht. Er machte vor allen Andern ſeine Tante im Pfarrhauſe zu ſeiner Vertrauten. Sie zog ihn deßhalb auf; fie hatte ſeine Thorheit bemerkt; ſie warnte ihn; ſie endigte damit, vaß ſie zugab, die kleine Sharp ſei das geſcheidteſte, drolligſte, ſonderbarſte, gut⸗ müthigſte, einfachſte, freundlichſte Geſchöpf in ganz Eng⸗ land. Rawdon dürfe aber mit ihren Gefühlen nicht ſpielen: die theure Miß Crawley würde ihm das nie vergeben; denn auch ſie ſei von der kleinen Gouvernante ganz be⸗ zaubert, und liebe Becky wie eine Tochter. Rawdon müſſe fort — müſſe wieder zu ſeinem Regimente, müſſe nach dem gottloſen London zurück, und dürfe mit den Gefühlen eines armen, ungekünſtelten Mädchens kein leichtfertiges Spiel treiben.
Gar oft gab dieſe gutmüthige Dame, aus purem Mitleid mit dem Zuſtande des armen Leibgardiſten, dem⸗ ſelben Gelegenheit, Miß Sharp im Pfarrhauſe zu ſehen, und mit ihr nach Hauſe zu gehen, wie wir weiter oben geſehen haben. Wenn Männer von einer gewiſſen Art ver⸗ liebt ſind, meine Damen, ſo müſſen ſie, obwohl ſie den Haken und die Schnur, ſowie den ganzen Apparat ſehen, womit ſie gefangen werden ſollen, daran, ſie mögen wol⸗ len oder nicht — ſie verſchlucken den Köder, und werden einen Augenblick darauf ſchnappend an's Land gezogen. Rawdon ſah, daß Mrs. Bute es offenbar darauf anlegte, ihn für Rebekka einzunehmen. Er gehörte nicht zu den Geſcheidteſten; aber doch war er ein Weltmann, und hatte verſchiedene Saiſons mitgemacht. Er glaubte, ein Licht dämmere in ſeiner finſtern Seele auf, als er einſt Mrs. Bute's Reden zuhörte.
„Denken Sie an meine Worte, Rawdon,“ ſagte ſie. „Sie werden Miß Sharp eines Tages noch zu Ihrer Verwandtin bekommen.“
„Zu welcher Verwandten, — zu meiner Couſine, he, Mrs. Bute? Sieht ſie Frank etwa gern?“ fragte der loſe Offizier. .


