„Nie wohl ſein, oder nie gehen, Miß Briggs?“ ſagte die Andere mit derſelben ärgerlichen Gutmüthigkeit. „Bah — in vierzehn Tagen iſt ſie wieder geſund, und dann gehe ich zu meinen kleinen Schülerinnen in Qneen's Crawley, ſowie zu ihrer Mutter zurück, die weit leidender iſt, als unſere Freundin. Sie brauchen nicht eiferſüchtig zu ſein, meine theure Miß Briggs. Ich bin ein armes, kleines Mädchen, die keine Freunde hat und in der kein Böſes ſteckt. Ich will Sie bei Miß Crawley nicht verdrängen und Ihnen ihre Gunſt rauben. Sie wird mich vergeſſen, ſobald ich eine Woche ſort bin: und ihre Freundſchaft ge⸗ gen Sie iſt das Werk von vielen Jahren geweſen. Schen⸗ ken Sie mir gefälligſt etwas Wein ein, meine liebe Miß Briggs: wir wollen Freundinnen ſein. Gewiß bedarf ich ver Freunde und Freundinnen ſehr.“
Die verſoͤhnliche und weichherzige Miß Briggs ſtreckte bei dieſer Appellation ſprachlos ihre Hand hin; deſſenunge⸗ achtet aber chat ihr der Abfall ihrer Machilde unendlich weh: ſie beklagte die Unbeſtändigkeit derſelben auf's Bit⸗ terſte. Nach einer halben Stunde, als das Eſſen vorüber war, verfügte ſich Miß Rebekka Sharp (denn ſo heißt merkwürdiger Weiſe die, ſo bis daher finnreich als „die Perſon“ beſchrieben worden iſt) wieder in die Zimmer ihrer Patientin, woraus ſie mit vollendeter Höflichkeit die arme Firkin zu entfernen wußte.
„Danke Ihnen, Mrs. Firkin, das genügt vollkommen; wie nett Sie es machen! Ich werde klingeln, wenn man Etwas braucht. Danke Ihnen.“
Und die Firkin kam herab in einem Sturme von Eiferſucht, der nur um ſo gefährlicher war, weil ſie ihn in ihrem Buſen behalten mußte.
Konnte es der Sturm ſein, der, als ſie am Treppen⸗ abſatze des erſten Stockes vorüberging, die Salonthüre aufblies ? Nein, ſie wurde von der Hand der Briggs un⸗ vermerkt geoffnet. Die Briggs war auf der Lauer geweſen. Die Briggs hatte die Firkin mit ihren krachenden Schuhen
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