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das Bedientenzimmer, wo er, beiläufig geſagt, den un⸗ ſchuldigen Lakaien, ſeinen Untergebenen, mit den fürchter⸗ lichſten Flüchen überhäufte.
„Wie können Sie doch die Sache ſo ernſt nehmens Miß Briggs,“ ſagte die junge Dame mit kalter und etwa ſarkaſtiſcher Miene.
„Meine theuerſte Freundin iſt ſo krank und wi — i— 1— i— i— ill mich nicht vor ſich laſſen,“ drückte die Briggs, vom Kummer abermals überwältigt, heraus.
„Sie iſt nicht mehr ſehr krank. Tröſten Sie ſich, theure Miß Briggs. Sie hat nur den Fehler begangen, ſich zu übereſſen — das iſt Alles. Sie befindet ſich be⸗ deutend beſſer. Sie iſt noch ſchwach vom Schröpfen und von der ärztlichen Behandlung, der ſie ſich hat unterwerfen müſſen, wird aber gar bald wieder hergeſtellt ſein. Tröſten Sie ſich doch, ich bitte Sie darum, und nehmen Sie doch etwas Wein zu ſich.“
„Aber warum, warum will ſie mich nicht mehr vor⸗ laſſen?“ bloͤckte Miß Briggs heraus. „O, Mathilde, Ma⸗ thilde, iſt das der Dank, womit Du Deiner armen, armen Arabella für eine dreiundzwanzigjährige zärtliche Liebe lohnſt?“
„Weinen Sie nicht zuviel, arme Arabella,“ ſagte die Andere (wobei ein faum bemerkbares Lächeln ihr Geſicht verzog); „ſie will Sie nur deßhalb nicht vorlaſſen, weil ſie ſagt, ſie werde von Ihnen nicht ſo gut gepflegt, wie von mir. Es iſt für mich kein Vergnügen, ſo die ganze Nacht aufzubleiben. Ich wollte, Sie thäten es an meiner Stelle.“ 3
„Habe ich nicht viele Jahre lang das theure Lager bewacht?“ ſagte Arabella, „und nun —“
„Nun iſt ihr eine andere Perſon lieber. Kranke haben nun einmal ihre Grillen, und man muß ihnen ihren Willen thun. Wenn ſie wieder wohl iſt, ſo werde ich gehen.“
„Nie, nie,“ rief Arabella, wie wahnſinnig an ihrem Riechfläſchchen riechend.
Der Jahrmarkt des Lebens. 1. 14


