Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

208

ſtieg den im Stroh mit den Füßen arbeitenden Rappen, zur großen Bewunderung der kleinen jungen Gaſſenſchlin⸗ gel, die ſich unterdeſſen geſammelt hatten. Er ſah zum Speiſezimmer⸗Fenſter hinein, während er ſein prächtig courbettirendes und ſteigendes Pferd herumtummelte: — einen Augenblick konnte man die junge Perſon am Fenſter ſehen, dann verſchwand ihre Geſtalt, und ohne Zweifel ging ſie wieder die Treppe hinauf, um wieder den zarten Pflichten der Wohlthätigkeit obzuliegen.

Wer mochte wohl dieſes junge Frauenzimmer ſein? An jenem Abende war ein kleines Mittageſſen für zwei Perſonen im Speiſezimmer aufgetragen — als Mrs. Fir⸗ kin, die Kammerjungfer, in das Zimmer ihrer Herrin un⸗ geſtüm eintrat, und ſich dort, während der Abweſenheit der neuen Krankenwärterin, zu ſchaffen machte: — Letz⸗ tere aber, ſowie Miß Briggs, ließen ſich zu dem netten, kleinen Mahle nieder.

Die arme Briggs war ſo angegriffen, daß ſie kaum ein Stückchen Fleiſch eſſen konnte. Die junge Perſon zer⸗ legte ein Huhn mit der größten Gewandtheit, und ver⸗ langte ſo beſtimmt Eierſauce, daß die arme Briggs, vor der dieſe deliciöſe Zuthat ſtand, auffuhr, mit dem Löffel gewaltig klapperte, und abermals in ihren von Thränen⸗ ſtrömen begleiteten hyſteriſchen Zuſtand verfiel.

„Wäre es nicht beſſer, wenn Sie Miß Briggs ein Glas Wein gäben?“ ſagte die Perſon zu Herrn Bowls, dem dicken, vertrauten Manne. Er that es. Die Briggs griff mechaniſch darnach, verſchlang es convulſiviſch, ſtöhnte ein wenig, und fing an, mit dem Huhn auf ihrem Teller zu ſpielen.

„Ich glaube, wir können einander ſelbſt bedienen,“ ſagte die Perſon mit vieler Anmuth: zwir können daher auch der gütigen Dienſtleiſtungen des Herrn Bowls füg⸗ lich entbehren. Herr Bowls, wir werden ſchellen, wenn wir Ihrer bedürfen.“

Hier ging der Haushofmeiſter die Treppe hinab in