Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

201

Sr. Königlichen Hoheit gebe, und während wir ihn trin⸗ ken, will ich Dir eine Sache von Wichtigkeit mittheilen.“

Amalie horte, da ſie in nervoſer Aufregung droben ſaß, wie unten um Claret geklingelt wurde. Ich weiß nicht, wie es geſchah, aber dieſes Läuten kam ihr als myſteriös und ahnungsvoll vor. Von den Ahnungen, die manche Leute ſtets haben, müſſen ſicherlich einige einmal eintreffen. .

„Was ich wiſſen möchte, George,“ ſagte der alte Herr, nachdem er ſein erſtes Glas langſam getrunken: „was ich wiſſen möchte, iſt, wie Du mit dem — dem kleinen Ding droben ſtehſt?“

„Ich denke, Sir, das iſt nicht ſchwer zu ſehen,“ ſagte George mit ſelbſtzufriedenem Grinſen. „So ziemlich klar, Sir. — Welch' kapitaler Wein!“

„Was meinſt Du mit Deinem „ſo ziemlich klar 2“

„Ei, zum Kukuk, Sir, dringen Sie nicht zu ſehr in mich. Ich bin ein beſcheidener Menſch. Ich — ah — ich will mich nicht gerade für einen Mann ausgeben, der jedes Frauenzimmer erobert; aber doch muß ich ſagen, daß ſie ſo verteufelt in mich verliebt iſt, als es nur ſein kann. Jedermann kann das mit halbem Auge ſehen.“

„Und Du ſelbſt?“

„Ei, Sir, befahlen Sie mir nicht, ſie zu heirathen, und bin ich nicht ein gehorſamer Sohn? Haben nicht unſere Papas die Sache ſchon ewig lange abgemacht?“

„Ja, ja, ein ſchöner Sohn. Habe ich nicht von Deinen Streichen mit Lord Tarquin, Kapitän Crawley von der Leibgarde, dem ehrenwerthen Herrn Deuceace, und Leuten ſolchen Schlages gehört? Nimm Dich in Acht. Junge, nimm Dich in Acht!“

Der alte Herr ſprach dieſe ariſtokratiſchen Namen offenbar mit dem größten Wohlgefallen aus. So oft er mit einem großen Manne zuſammentraf, kroch er vor demſelben, und mylordete ihn auf eine Weiſe, wie ſie nur einem freigeborenen Briten eigen iſt. Er ging nach Hauſe