Yrittes Kapitel. Rebekka vor dem Feinde.
Ein ſehr ſtarker, aufgedunſener Mann in Lederhoſen und Suwarowſtiefeln, mit verſchiedenen, ungeheuren Hals⸗ tüchern, die ihm faſt bis an die Naſe hinaufgingen, einer roth geſtreiften Weſte und einem apfelgrünen Rocke, wor⸗ an Stahlknöpfe, faſt ſo groß wie Thaler, hingen (es war das Morgencoſtüm eines Dandy aus jener Zeit), las die Zeitung am Kaminfeuer, als die zwei Mädchen herein⸗ traten, und ſprang von ſeinem Lehnſeſſel auf, und erröthete ungeheuer, und verbarg bei dieſer Erſcheinung faſt ſein ganzes Geſicht in ſeinen Halstüchern.
„Es iſt nur Deine Schweſter, Joſeph,“ ſagte Amalie lachend, und die zwei Finger, die er ausſtreckte, ſchüttelnd. „Du weißt, ich bin jetzt für immer nach Hauſe gekommen; und dieß iſt meine Freundin, Miß Sharp, von der ich bereits mit Dir geſprochen.“
„Nein, niemals, ich gebe Dir mein Wort darauf,“ ſagte der Kopf unter dem Halstuche mit gewaltigem Schütteln, — „das heißt, ja; — welch' abſcheulich kaltes Wetter, Miß;“ und nun fing er an, aus Leibeskräften das Feuer zu ſchüren, obwohl man in der Mitte des Mo⸗ nats Juni war.
„Es iſt ein recht ſchöner Mann,“ flüſterte Rebekka etwas laut Amalien zu.
Du,“ ſagte die Letztere, „ich werde es ihm agen?“
„Nicht um alle Welt, Theuerſte,“ ſagte Miß Sharp, ſo ſcheu wie ein Rehkalb zurückfahrend. Sie hatte vor⸗ her vor dem Herrn einen ehrerbietigen, jungfräulichen Knir


