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den Lord Mayor's Ball, das wußte ſie. Und als man endlich zu Hauſe angekommen war, hüpfte Miß Amalie Sedley, auf Sambo's Arm geſtützt, heraus, und erſchien da als ein ſo glückliches und hübſches Mädchen, wie nur die ganze große Stadt London eines aufzuweiſen vermochte. In Betreff dieſes Punktes theilte Sambo ganz die An⸗ ſicht des Kutſchers, ihr Vater die ihrer Mutter, und ſo Jeder von den Bedienten im Hauſe, während dieſelben ſich verneigend, und knirend, und lächelnd in der Vorhalle ſtanden, um ihre junge Herrin zu bewillkommnen.
Es läßt ſich wohl vorausſetzen, daß ſie Rebekka im ganzen Hauſe herumführte, und vaß ſie ihr jede ihrer Schubladen, ihre Bücher, ihr Pianoforte, ihre Anzüge, ihre Halsbänder, Broſchen, Spitzen und ſonſtigen Schmuck⸗ ſachen zeigte. Rebekka mußte von ihr ſchlechterdings den Schmuck von weißem Carneol, ſo wie die Türkisringe, und ein wunderhübſches Mouſſelinkleid annehmen, das ihr jetzt zu klein war, obgleich es ihrer Freundin aufs Haar paſſen mußte; und ſie beſchloß in ihrem Herzen, ihre Mutter um Erlaubniß zu bitten, daß ſie ihren weißen Kaſchemir⸗Shawl ihrer Freundin ſchenken dürfe. Konnte ſie ihn denn nicht entbehren? Und hatte ihr Bruder Jo⸗ ſeph ihr nicht ſoeben zwei aus Indien mitgebracht?
Als Rebekka die zwei prächtigen Kaſchemir⸗Shawls ſah, die Joſeph Sedley ſeiner Schweſter mitgebracht hatte, ſagte ſie ganz richtig, „daß es um einen Bruder etwas Herrliches ſein müſſe,“ und erwarb ſich, als eine aller Freunde und Verwandten entbehrende, ganz allein in der Welt daſtehende Waiſe, leicht das Mitleid der guten Amalie.
„Du ſtehſt nicht allein,“ ſagte Amalie, „Du weißt, Rebekka, ich werde ſtets deine Freundin ſein, und Dich wie eine Schweſter lieben — ja, das werde ich.“
„Ach, hätte ich nur Eltern, wie Du haſt — gute, reiche, liebevolle Eltern, die Einem Alles geben, was man verlangt; und ihre Liebe, die koſtbarer iſt, denn Alles!


