24
erſten Male in ihrem Leben zuſammenhangende Plane für die Zukunft zu machen.
Sie benutzte daher die Unterrichtsmittel, welche der Ort ihr bot; und da ſie bereits in der Mufik, ſo wie in den Sprachen ſchöne Fortſchritte gemacht hatte, ſo machte ſie in kurzer Zeit den kleinen Studienkurſus durch, den man in jenen Tagen als nothwendig für junge Damen erachtete. Sie übte ſich beſtändig in der Muſik, und eines Tages, als die Mädchen ausgegangen, und ſie zu Hauſe zurückgeblieben war, hörte man ſie ein Stück ſo gut ſpielen, daß die Minerva weiſe genug dachte, ſie könne ſich die Koſten eines Mufiklehrers für die jüngeren Mädchen erſparen; und dem gemäß bedeutete ſie Miß Sharp, daß ſie dieſelben in Zukunft in der Muſik zu un⸗ terrichten hätte.
Das Mädchen weigerte ſich, und zwar zum erſten Male, und zum großen Erſtaunen der majeſtätiſchen Schullehrerin. „Ich bin hier, um mit den Kindern fran⸗ zoͤfiſch zu ſprechen,“ ſagte Rebekka kurz. „nicht um ſie in der Muſik zu unterrichten, und Ihnen Geld zu erſparen. Geben Sie mir Geld, ſo will ich ſie unterrichten.“
Die Minerva mußte nachgeben, und konnte ſie na⸗ türlich von dem Tage an nicht mehr ausſtehen. „Fünf und dreißig Jahre lang,“ ſagte ſie, und zwar mit großer Gerechtigkeit, „habe ich nie ein Individuum geſechen, das in meinem Hauſe gewagt hätte, meine Autorität in Frage zu ſtellen. Ich habe eine Schlange in meinem Buſen genährt.“
„Eine Schlange — Narrheit,“ ſagte Miß Sharp zu der alten Dame, die vor Erſtaunen faſt in Ohnmacht fiel. „Sie nahmen mich auf, weil ich nützlich war. Zwiſchen uns kann es ſich nicht um Dankbarkeit handeln. Ich verabſcheue dieſen Ort, und will ihn verlaſſen. Ich 3i hier Nichts thun, als was ich zu thun verbunden
n.
Vergebens fragte ſie die alte Dame, ob ſie denn nuch 3


