1 men würde, ſo ſchrleb er einen mannhaften und patheti⸗ ſchen Brief an Miß Pinkerton, die Waiſe ihrem Schutze anempfehlend, und ſtieg ſo in ſein Grab hinab, nachdem zwei Gerichtsdiener ſich über ſeinen Cadaver gezankt hatten. Rebekka war ſiebzehn Jahre alt, als ſie nach Chiswick kam, und trat dort, wie wir ſchon geſagt, in der Lerein⸗ ten Eigenſchaft als Schülerin und Lehrerin ein, wobei ihre Pflichten darin beſtanden, daß ſie mit den Schülerin⸗ nen franzöſiſch ſprach, und ihre Vorrechte darin, daß ſie freie Koſt, Wohnung, einige Guineen des Jahrs, ſo wie endlich die Erlaubniß hatte, von den in der Schule Un⸗ terricht gebenden Lehrern ſo viel zu proſitiren, als ſie konnte.
Sie war von Perſon klein und ſchmächtig; bei einem blaſſen Geſichte hatte ſie röthlichblonde Haare, und Augen, vie gewöhnlich niedergeſchlagen waren; wenn dieſelben aufſchauten, waren ſie ſehr groß, eigenthümlich und an⸗ ziehend, — ſo anziehend, daß Seine Ehrwürden, Herr Criſp, der ſo eben von Orford gekommen, und Vikar Seiner Ehrwürden, des Pfarrers von Chiswick, Herrn Flowerdew, geworden war, ſich in Miß Sharp verliebte, indem er von einem Blicke ihrer Augen, der in der Chiswicker Kirche den ganzeu Weg von den für die Schule beſtimm⸗ ten Stühlen bis zum Chorpulte hin drang, tödtlich ge⸗ troffen wurde. Dieſer verblendete junge Menſch trank bisweilen bei Miß Pinkerton, der er durch ſeine Mutter vorgeſtellt worden war, Thee, und machte wirklich gewiſ⸗ ſermaßen Eheanträge in einem aufgefangenen Briefchen, welches das einäugige Apfelweib hatte überbringen ſollen. Mrs. Criſp wurde von Burton herbei gerufen, und führte plötzlich ihren vielgeliebten Sohn wieder hinweg; allein ſchon der bloße Gevanke, daß ein ſolcher Adler in den Chiswicker Taubenſchlag eingedrungen, brachte in dem Buſen der Miß Pinkerton eine große Aufregung herbor, und ſie würde Miß Sharp weggeſchickt haben, wäre ſie nicht in ſolchem Falle kontraktmäßig zur Bezahlung einer


