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wieder zu ſehen. Ich wollte wahrlich, es läge auf dem Grunde der Themſe, und wäre Miß Pinkerton dort, — ich würde ſie gewiß nicht herausziehen. O, wie gern würde ich ſie in dem Waſſer dort ſchwimmen ſehen, mit ihrem Turban, ihrer Schleppe und ſo fort, und ihrer wie z ie eines Fährkahns in die Höhe ſtehenden Naſe!“
„Stille!“ rief Miß Sedley.
„Wie, wird der ſchwarze Lakai es ausſchwatzen?“ rief Miß Rebekka lachend. „Er mag zurückgehen und Miß Pinkerton ſagen, daß ich ſie herzlich verabſcheue, und ich wollte, er thäte es, und ich wollte, ich hätte auch ein Mittel, es zu beweiſen. Zwei Jahre hindurch habe ich bloß Beleidigungen und grobe Beſchimpfungen von ihr erdulden müſſen. Man hat mich ſchlechter behandelt, als irgend eine Küchenmagd. Nie hatte ich eine Freundin, und nie wurde mir ein freundliches Wort zu Theil, es ſei denn von Dir. Ich mußte die kleinen Mädchen in dem untern Schulzimmer warten, und mit den Miſſes fran⸗ zöſiſch ſprechen, bis meine Mutterſprache mich wirklich anekelte. War es aber nicht ein köſtlicher Spaß, daß ich da mit Miß Pinkerton franzöſich ſprach? Sie verſteht kein Wort, und war doch zu ſtolz, es einzugeſtehen. Ich glaube, darum allein ließ ſie mich gehen, und ſo ſei denn dem Himmel für das Franzoſiſche gedankt! Vive la France! Vive lempereur! Vive Bonaparte!
„O pfui, Rebekka! Rebekka!“ rief Miß Sedley; denn dieß war die größte Läſterung, die Rebekka bis jetzt ausgeſtoßen, und wenn man in jenen Tagen in England ſagte: „Es lebe Bonaparte!“ ſo war dieß gleichbedeutend mit „Es lebe Lucifer!“ — Wie kannſt Du, wie unter⸗ ſ 6 Dich, ſo verruchte, rachgierige Gedanken zu
egen?“ %
Die Rache mag gottlos ſein, allein ſie iſt natürlich erwiederte Miß Rebekka. „Ich bin kein Engel.“
Der Jahrmarkt des Lebens. 1. 2


