Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
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des Scheidens herbei, und der Schmerz dieſes Augenblicks wurde durch die bewunderungswürdige Rede, die Miß Pinkerton an ihre Schuͤlerin richtete, nicht wenig gelin⸗ dert. Nicht als ob die Abſchiedsrede Amalie zu philo⸗ ſophiſchen Betrachtungen vermocht, oder ſie in irgend einer Weiſe mit einer aus Vernunftgründen entſpringenden Ruhe gewaffnet hätte: nein, ſie war, — die Abſchiedsrede — unerträglich pompös, langweilig und geiſtlos; und da Miß Sedley ihre Lehrerin nicht wenig fürchtete, ſo wagte ſie es nicht, in deren Gegenwart ihrem Schmerze unge⸗ hinderten Lauf zu laſſen. Ein Streukuchen wurde ſammt einer Flaſche Wein in dem Geſellſchaftszimmer aufgeſtellt, wie bei feierlichen Gelegenheiten, wenn Eltern ihre Kin⸗ der beſuchten u. ſ. w., und endlich, nachdem man von dieſen Erfriſchungen genoſſen hatte, durfte Miß Sedley gehen.

„Sie gehen doch wohl hinein und ſagen Miß Pin⸗ kerton Lebewohl, Becky?“ ſagte Miß Jemima zu einer jungen Dame, von der Niemand Notiz nahm, und die eben mit ihrer Hutſchachtel die Treppe herabkam.

„Ich kann wohl nicht umhin,“ ſagte Miß Sharp ruhig, und nicht wenig zu Miß Jemima's Verwunderung; und nachdem Letztere an die Thüre geklopft und Erlaub⸗ niß zum Hereintreten erhalten hatte, trat Miß Sharp ganz frei und unbekümmert vor, und ſagte in franzöſiſcher Sprache und mit einem untadelhaften Accent: „Made- moiselle, je viens vous faire mes adieux.“

Miß Pinkerton verſtand kein Franzöſiſch; ſie gab bloß denen Befehle, die es verſtanden: indeſſen ſagte ſie, ſich in die Lippen beißend, und ihren ehrwürdigen, mit einer römiſchen Naſe verſehenen Kopf (auf dem ein großer Turban von feierlichem Ausſehen ruhte) — in die Höhe werfend: „Miß Sharp, ich wünſche Ihnen einen guten Morgen!“

Während die Semiramis von Hammerſmith ſprach, reckte ſie eine Hand in die Höhe, theils zum Zeichen des