Schule verlaſſen zu müſſen. Drei Tage lang vor ihrem Abgange folgte ihr die kleine Laura Martin, eine Waiſe, überall hin nach, wie ein kleines Hündchen. Sie mußte wenigſtens vierzehn Geſchenke machen und entgegennehmen, vierzehn Mal das feierliche Verſprechen geben, daß ſie jede Woche ſchreiben wolle: „Schicke meine Briefe unter Cou⸗ vert an meinen Großvater, den Grafen von Dexter,“ ſagte Miß Saltire, die, beiläufig geſagt, etwas ſchäbig war: „Du brauchſt nicht auf das Porto zu ſehen; ſchreibe mir nur jeden Tag, Du lieber Engel,“ ſagte die ungeſtüme und wollköpfige, aber großherzige und liebevolle Miß Swartz,
und die kleine Laura Martin — die eben bis zur runden
Schrift gekommen war — ergriff die Hand ihrer Freun⸗ din und ſagte, ihr ernſt ins Geſicht ſchauend: „Amalie, wenn ich an Dich ſchreibe, ſo werde ich Dich Mama nen⸗ nen.“ Ohne Zweifel wird Jones, der dieſes Buch in ſeinem Club liest, alle dieſe Einzelheiten für äußerſt thö⸗ richt, trivial, unintereſſant, ultraſentimental u. ſ. w. er⸗ klären. Ja, ich kann ſehen, wie Jones in dieſem Augen⸗ blicke — von ſeiner Hammelskeule und ſeiner halben Pinte Wein etwas aufgeregt — ſeinen Bleiſtift herausnimmt, und die Worte „thoricht, unintereſſant u. ſ. w.“ unter⸗ ſtreicht, und ſeine eigene Bemerkung „ganz wahr“ daneben ſchreibt. Nun, er iſt ein Mann von großem Genie, und bewundert das Erhabene und Heroiſche im Leben und in Romanen; und deßhalb ſollte er dieß lieber als Warnung hinnehmen und anderswo hingehen.
Alſo gut. Nachdem die Blumen, und Geſchenke, und Koffer, und Hutſchachteln der Miß Sedley ſammt einem ſehr kleinen und alten Lederkoffer, der von der Zeit ſchon viel gelitten, und den — es war Miß Sharp's Adreſſe nett varauf genagelt — Sambo dem Kutſcher mit grin⸗ ſendem Geſicht übergab, der denſelben ſeinerſeits mit einem entſprechenden höhniſchen Lächeln aufpackte, — nachdem, ſagen wir, Alles dieß von Herrn Sambo in und auf dem Wagen in Ordnung gebracht worden war, kam die Stunde


