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„P. S. — Miß Sharp begleitet Miß Sedley. Es wird ausdrücklich gebeten, den Aufenthalt der Miß Sharp in Ruſſel Square nicht zehn Tage überſchreiten zu laſſen. Die hochgeſtellte Familie, bei der ſie eineStelle gefunden hat, wünſcht aus ihren Dienſten bald möglichſt Nutzen zu ziehen.“
Als dieſes Schreiben beendigt war, ſchrieb Miß Pin⸗ kerton ihren eigenen, ſo wie Miß Sedley's Namen auf das weiße Blatt eines Exemplars von Johnſon's Wörter⸗ buch — welches intereſſante Werk jede Schülerin bei ihrem Abgange von der Mall zu erhalten pflegte. Auf der in⸗ neren Seite des Einbandes befand ſich ein Abdruck der „Zeilen an eine junge Dame, bei ihrem Abgange von Miß Pinkerton's Schule auf der Mall; von dem ſeligen, hochverehrten Doktor Samuel Johnſon.“ In der That war der Name des Lexikographen immerfort auf den Lippen dieſer majeſtätiſchen Dame, und ein Beſuch, den er bei ihr gemacht, war die Urſache ihres Rufes und ihres Ver⸗ mögens geworden.
Als Miß Jemima von ihrer älteren Schweſter den Befehl erhielt, „das Wörterbuch“ aus dem Schranke zu holen, hatte ſie aus dem ſo eben angeführten Verwahrungs⸗ orte zwei Exemplare genommen. Nachdem Miß Pinkerton vas Nöthige in das erſte geſchrieben hatte, reichte ihr Jemima mit etwas zweifelnder und ſchüchterner Miene das andere hin.
„Für wen iſt dieſes Exemplar, Miß Jemima?“ ſagte Miß Pinkerton mit Ehrfurcht gebietender Kälte.
„Für Becky Sharp,“ erwiederte Jemima, am ganzen Leibe zitternd, und von ihrem verſchrumpften Geſichte bis zum Halſe hinab erröthend, indem fie ihrer Schweſter den Rücken zuwendete. „Für Becky Sharp; auch ſie geht ja fort.“
„Miß Jemima!“ rief Miß Pinkerton, die größten Kapital⸗Buchſtaben zu Hülfe nehmend. „Biſt Du bei Sinnen? Stell' das Wörterbuch wieder in den Schrank,
und nimm Dir in Zukunft ja keine ſolche Freiheit mehr!“ .


