Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
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„Nun, Schweſter, es koſtet ja nur zwei Shillinge und neun Pence, und die arme Becky wird es grämen, wenn ſie keines bekommt.“

„Schick' augenblicklich Miß Sedley zu mir,“ ſagte Miß Pinkerton. Und ſo trippelte die arme Jemima, auſ⸗ ſerordentlich aufgeregt und ängſtlich, und ohne ein weiteres Wort zu ſagen, fort.

Miß Sedley's Vater war ein ziemlich reicher Kauf⸗ mann in London; während Miß Sharp, durch einen Con⸗ trakt gebunden, ſich bei ihr zur Erzieherin ausgebildet, und, als Aequivalent für Koſt, Wohnung, Unterricht u. ſ. w., ſich in der Anſtalt als Lehrerin nützlich gemacht hatte. Und ſo dachte denn Miß Pinkerton, ſie hätte bereits ge⸗ nug für ſie gethan, ohne ihr noch beim Scheiden die hohe Ehre des bekannten Geſchenkes zu Theil werden zu laſſen.

Obwohl man den Briefen von Inſtituts⸗Inhaberinnen nicht mehr und nicht weniger trauen darf, als den Grab⸗ ſchriften auf Kirchhöfen, ſo kommt es doch auch in Schulen für die männliche und weibliche Jugend dann und wann vor, daß der Schüler oder die Schülerin der von dem unintereſſirten Lehrer ertheilten Lobſprüche in vollem Maaße würdig iſt, gerade ſo, wie es bisweilen geſchieht, daß eine Perſon das Zeitliche ſegnet, die alles Lob verdient, deſſen der Steinhauer ſie für würdig erklärt; die ein guter Chriſt, ein guter Vater, eine gute Mütter, ein guter Gatte, eine gute Gattin oder ein gutes Kind geweſen iſt; und die in der That eine untröſtliche, trauernde Familie zurück⸗ läßt. Nun aber war Miß Amalie Sedley eine junge Dame von dieſer eigenthümlichen Art, und verdiente nicht allein Alles, was Miß Pinkerton zu ihrem Lobe ſagte, ſondern beſaß auch manche bezaubernde Eigenſchaften, welche die alte pompöſe Minerva von einem Weibe, in Folge der Rangs⸗ und Alters⸗Unterſchiede zwiſchen ihr und ihrer Schülerin, nicht ſehen konnte.

Denn ſie konnte nicht allein ſingen, wie eine Lerche, oder wie eine Mrs. Billington, und tanzen wie Hillisberg