Darauf Esmond, der dieß Wort gehört: Die Schlinge, Sir, war Ihnen nicht von uns gelegt worden; nicht wir hatten Sie eingeladen: wir ſind hierher gekommen, damit Sie es wiſſen, um die Unehre unſerer Familie zu rächen, nicht aber um die⸗ ſelbe zu begünſtigen.“
„Unehre! Morbleu, es kann hier von keiner Unehre die Rede ſein,“ erwiedert der Prinz, ſcharlachroth wer⸗ dend. „Es hat weiter Nichts, als ein wenig harmloſe Spielerei Statt gefunden.“
„Die ein ſehr ernſtes Ende nehmen ſollte.“
„Ich ſchwöre,“ rief der Prinz ungeſtüm, „bei der Ehre eines Gentleman, my Lords —“
„Daß wir noch zur rechten Zeit gekommen ſind. Es iſt noch kein Unrecht verübt, Frank,“ ſpricht Obriſt Esmond, ſich zu dem jungen Caſtlewvod hinwendend, der ſich in der Nähe der Thüre gehalten hatte, wäh⸗ rend Obiges geſprochen worden war. „Schau her! da liegt ein Fetzen Papier, worauf Seine Majeſtät geruht hat, einige Verſe zu Beatrixens Ehre oder Unehre anzufangen. Hier ſteht in königlicher Hand⸗ ſchrift und Orthographie Madame“ et Femme,“ Cru- allee et Rebelle', et Amour“ et Jour.“ Wäre der hohe Schäfer glücklich geweſen, ſo würde er ſeine Zeit nicht mit Seufzen verbracht haben.“
Und in der That warf Esmond, während er ſprach, die Augen nach dem Tiſche hin, und ſah dort ein Pa⸗ pier, auf das der junge Prinz ein Madrigal gekritzelt hatte, das am Morgen ſeiner Schönen vollends den Reſt geben ſollte.
„Sir,“ ſagt der Prinz, vor Wuth glühend (— er hatte unterdeſſen ohne unſere Beihülfe ſeinen könig⸗ lichen Rock angezogen —), „bin ich denn hierher ge⸗ kommen, um Beleidigungen zu empfangen?“
„Um Beleidigungen zuzufügen, wenn es Ew. Ma⸗ jeſtät erlauben,“ ſagt der Obriſt mit einer ſehr tiefen


