Teil eines Werkes 
[2] (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

477

auf die Fährte und den Portier aus dem Wege zu bringen. Wir haben eine ſchöne mondhelle Nacht zu un⸗ ſerem Ritte, ſagt Esmondz „Frank, noch iſt es mög⸗ lich, daß wir Caſtlewvod zu rechter Zeit erreichen.“

Auf ihrem ganzen Wege erkundigten ſie ſich in den Poſthäuſern, wann man wohl einen ſchlanken jungen Gentleman in grauem Anzuge mit lichtbrauner Per⸗ nue ähnlich der my Lords, hätte vorbeikommen ehen. Der Prinz war an dieſem Morgen um ſechs Uhr von Kenſington weggeritten, während wir es um drei Uhr Nachmittags verließen. Er ritt faſt eben ſo raſch, wie wir, und war uns noch um volle ſieben Stunden voraus, als wir die letzte Station erreichten.

Wir ritten noch vor Tagesanbruch über Caſtle⸗ wood Downs hin. Wir kamen an demſelben Orte vor⸗ bei, wo vor vierzehn Jahren der Wagen umgeworfen worden war und Mohun gelegen hatte.

Im Dorfe ſchlief noch Alles, ſelbſt in der Schmiede brannte noch kein Feuer, als wir durch das Dorf ritten. Wir kamen an den Ulmen, wo die Saatkrähen immer noch niſteten, ſowie an der Kirche vorbei, und paſſir⸗ ten die Brücke. An der Brücke aber ſtiegen wir ab, und gingen zu Fuß bis zum Thore hinauf.

„Wenn ihr noch Nichts geſchehen iſt,“ ſpricht Frank zitternd, und ſeine ehrlichen Augen füllten ſich bei dieſen Worten mit Thränen, „ſo ſoll Unſere Liebe Frau eine ſilberne Statue von mir bekommen!“

Schon war er im Begriffe, den großen eiſernen Klopfer an dem eiſernen Thore in Bewegung zu ſetzen. aber Esmond that der Hand ſeines Vetters Einhalt, Auch er hatte ſeine Befürchtungen ſeine eigenthümliche

Verzweiflung, und ſeine eigenen Schmerzen; allein er ſprach zu ſeinem Begleiter mit keiner Silbe davon, und eben ſo wenig zeigte er guch nur eine Spur von