Teil eines Werkes 
[2] (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

459

ihn da zu zerbrechen, und ſeinem Leben nach einem Kampfe von etwa einer halben Minute ein Ende zu machen; und da inſultirte er nun uns Beide, und hatte kaum ſo viel Schonung, um vor den zwei Män⸗ nern, deren Ehre am Meiſten dabei betheiligt war, die Leidenſchaft zu verhehlen, die er für die junge Lady unſerer Familie empfand.

My Lord Caſtlewvod beantwortete die Tirade des Prinzen in ſehr edler und einfacher Weiſe.

„Sir,“ ſpricht er, „Ew. Königliche Hoheit geruht, zu vergeſſen, daß Andere ihr Leben wagen, — und zwar für Ihre Sache. Sehr wenige Engländer wür⸗ den wohl, ſo Gott will, es wagen, ſich an Ihrer ge⸗ heiligten Perſon zu vergreifen, obgleich es gewiß keinem einfallen würde, unſere Perſon zu reſpectiren. Unſere Familie ſteht Ihnen mit dem Leben ihrer Glieder zu Gebot, ſowie mit Allem, was wir haben, — unſere Ehre allein ausgenommen.“

„Ehre, Ehre? Bah, Sirz wer hat denn auch nur daran gedacht, Ihrer Ehre zu nahe zu treten?“ ſagt der Prinz mit verdrießlicher Miene.

Wir erſuchen Ew. Königliche Hoheit inſtändigſt, daß Höchſtdieſelbe ſich es nie einfallen laſſen möge, derſelben zu nahe zu treten,“ erwiedert Lord Caſtle⸗ wood mit einem tiefen Bücklinge.

Da die Nacht warm war, ſo waren die Fenſter ſowohl nach den Anlagen, als nach dem Sauare hin offen. Obriſt Esmond hörte durch die geſchloſſene Thüre hindurch die Stimme eines Nachtwächters, der auf der entgegengeſetzten Seite des Saquare die Stunde an⸗ rief. Er machte die Thüre auf, welche mit dem Zim⸗ mer des Prinzen communicirte.

Martin, der Diener, der nit Beatrixen nach Hounslow geritten war, ging eben aus dem Zimmer hinaus, als Esmond in daſſelbe trat; und als der Kerl fort war, und der Nachtwächter abermals rief: