Teil eines Werkes 
[2] (1853)
Entstehung
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Doch, — wie ſind Sie gewachſen! Sie haben das vel air. Sie haben ſchwarze Haare. Unſere Esmonds haben alle ſchwarze Haare. Der Sohn der leinen Prüde aber iſt blond; und auch ſein Vater war — blond und dumm.

„Als Sie nach Caſtlewood kamen, da waren Sie ein garſtiger, kleiner Schelm, — lauter Augen, wie eine junge Krähe. Wir hatten im Sinne, aus Ihnen einen Prieſter zu machen. Und der abſchenliche Pater Holt, — wie der mich zu erſchrecken pflegte, wenn ich unwohl war! Nun aber habe ich einen recht ange⸗ nehmen Gewiſſensrath, — den Abbé Dovillette: — der iſt ein lieber Mann. Freitags werden bei uns ſtets Faſtenſpeiſen gegeſſen. Mein Koch iſt ein from⸗ mer, recht frommer Mann. Sie haben natürlich die rechte Denkweiſe. Es heißt, der Prins von Oranien ſei wirklich recht unwohl.“

In dieſer Weiſe ſchwatzte die alte Dame über die⸗ ſes und jenes, ohne ein Blatt vor den Mund zu neh⸗ men, und Mr. Esmond war ganz erſtaunt über ihre jetzige Volubilität, wenn er dieſelbe mit ihrem frühe⸗ ren hochmüthigen Betragen verglich. Aber ſie hattk ihm für den Angenblick ihre Gunſt zugewandt, und geruhete, ihn nicht allein gern zu haben, ſoweit es ihre Natur überhaupt zuließ, ſondern ſich auch vor ihm zu fürchten: und er war jetzt, als junger Mann, mit ihr ebenſo familiär, als er einſt ihr gegenüber ſchüchtern und ſchweigſam geweſen war.

Auch hielt ſie Wort. Sie ſtellte ihn ihrer Ge⸗ ſellſchaft vor, und es war dieſelbe ziemlich zahlreich, — natürlich beſtand ſie aus lauter Anhängern König Ja⸗ kob's, und während man bei ihr Karten ſpielte, wurde viel und laut intriguirt. Sie machte Mr. Esmond unter dem Namen eines Vetters mit vielen ehrenhaf⸗

ten Leuten bekannt; und ferner verſah ſie ihn nicht all⸗

zu ſpärlich mit Geld, das er gar keinen Anſtand nahm,