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ſie von dem grauſamen Zorne abbringen möchte, den ſie gegen ihn zeigte.
Halb wahnſinnig vor Schmerz über das ihm an⸗ gethane Unrecht, und dasſelbe mit tauſend ſanften Er⸗ innerungen vergangener Liebe und früheren Vetrauens vergleichend, die ſein jetziges Elend unendlich verbitter⸗ ten, verlebte der arme Jüngling manch' einſamen Tag und manche ſchlafloſe Nacht in einer Art unmächtiger Verzweiflung und Wuth über die Ungerechtigkeit des Schickſals. Es war die ſanfteſte Hand, die ihn ſchlug, das zarteſte und mitleidigſte Weſen, das ihn verfolgte. „Ich hätte,“ ſprach er, „ebenſo gerne mich des Mords für ſchuldig erkannt, und hätte dafür ebenſo gerne, gleich jedem andern Verbrecher, gebüßt, als mich den Qualen unterzogen, die meine Gebieterin mir aufer⸗ legt.
Obgleich die Erzählung von Esmond's Geſchichte, ſowie ſeine leidenſchaftlichen Bitten und Vorſtellungen Dick, der ſie anhörte, ſo unendlich viele Thränen ent⸗ lockten, ſo hatte ſie dennoch gar keine Wirkung auf die Perſon, die ſie erweichen ſollten. Esmond's Geſandter kam von der Miſſion, womit ihn der arme junge Gent⸗ leman betraut hatte, zurück mit trauriger, niedergeſchla⸗ gener Miene und einem eigenthümlichen Kopfſchütteln, welches ſagte, daß der Gefangene Nichts boffen dürfez — und kaum gab es in dem Gefängniſſe von Newgate einen unglücklichen, zum Strange verurtheilten, und für eine kurze Gnadenfriſt zitternden Verbrecher, der ſich niedergeſchlagener fühlen konnte, als Mr. Esmond, der unſchuldig und verurtheilt war.
Wie zwiſchen dem Gefangenen und ſeinem Rath⸗ geber verabredet worden, hatte ſich Mr. Steele nach dem Hauſe der alten Vicomteſſe zu Chelſea verfügt, wo, wie bereits geſagt worden, die junge Wittwe ſich mit ihren Waiſen aufhielt. Dort hatte er my Lady


