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und der Hauptangeklagte, Lord Mohun, der des Todt⸗ ſchlags für ſchuldig befunden wurde (— er wurde deſſen überführt, und er berenete ſeine That aufrichtigſt —) machte die Rechtswohlthat der Cleriſei *) geltend, und ging ſo ohne alle Strafe aus.
Die Wittwe des getödteten Edelmanns zeigte, wie uns im Gefängniſſe geſagt wurde, einen außerordent⸗ lichen Muth; und obgleich ſie noch zehn Jahre zu war⸗ ten hatte, ehe ihr Sohn ſo alt war, um das, was ſie wollte, auszuführen, ſo erklärte ſie doch, daß ſie an dem Mörder ihres Gatten Rache nehmen wolle. So ſehr und ſo urplötzlich ſchienen Kummer, Zorn, und Un⸗ glück ſie umgewandelt zu haben. Allein das Glück oder das Unglück verändert Männer und Frauen, mei⸗ ner Anſicht nach, nicht. Es entwickelt bloß ihren Cha⸗ rakter. Gleich wie in einem Manne tauſend Gedanken liegen, die er nicht kennt, bis er die Feder ergreift, um zu ſchreiben, ebenſo iſt das Herz ein Geheimniß ſelbſt für den (oder die), ſo es in ſeiner eigenen Bruſt trägt. Wer hat nicht ſchon ſich plötzlich und blindlings hin⸗ geriſſen gefunden zur Rache, oder zu einer guten oder auch böſen That und Leidenſchaft, wozu der Same bereits in ihm lag, verborgen und ungeahnt, bis end⸗ lich eine Gelegenheit ſie ins Leben gerufen? Mit dem Tode ihres Gemahls ſchien eine plötzliche Verände⸗ rung über das gauze Benehmen und Weſen von Lady Caſtlewvod zu kommen; aber davon werden wir ſpäter und zu rechter Zeit ſprechen.
Die Lords wurden alſo, wie ſchon geſagt, ihrem Vorrechte gemäß, vor ihre Pairs zu Weſtminſter ge⸗ ſtellt, und wurden in feierlicher Proceſſion und in Barken vom Tower heraufgebracht, begleitet von Lieu⸗ tenants und Axtträgern; die bürgerlichen dagegen, welche
*) Benefit of Clergy, das Privilegium der Geiſtlichen in Criminalfällen dem Biſchof ausgeliefert zu werden.


