Teil eines Werkes 
[1] (1853)
Entstehung
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Todesſtunde bereuete, — ein Unrecht zwar, aber doch ein von Reue gefolgtes und durch eine faſt unwider⸗ ſtehliche Verſuchung veranlaßtes Unrecht.

Als ſeine Krankenwärterin ihn verließ, nahm Es⸗ mond das Taſchentuch, und küßte dasſelbe höchſt wahr⸗ ſcheinlich, und ſchaute die geſtickte Krone in der Ecke desſelben an.

„Ah! dieſes Ding da hat Dir Kummer genng ge⸗ koſtet,“ dachte er, Du theure Dame, die Du ſo liebe⸗ voll und ſo zärtlich biſt. Soll ich es von Dir und Deinen Kindern nehmen? Nein, nie! Behalte es, und führe es, mein kleiner Frank, — mein hübſcher Junge. Wenn ich nicht im Stande bin, mir ſelbſt ei⸗ nen Namen zu machen, ſo kann ich wohl ohne einen ſolchen ſterben. Einſt, wenn meine theure Gebieterin mein Herz ſieht, wird ſie mir Gerechtigkeit widerfahren laſſen; oder wenn man mir nicht hier oder jetzt Ge⸗ rechtigkeit widerfahren läßt, ſo wird ſie mir an einem andern Orte werden, — an einem Orte, wohin die Chre uns nicht nachfolgt, ſondern wo die Liebe ewig

herrſcht.“

Es iſt unnütz, hier die näheren Umſtände oder den Ausgang der gerichtlichen Unterfuchung zu erzählen, die durch den traurigen Tod my Lord Caſtlewoods hervor⸗ gerufen wurde: die Berichte der Juriſten haben das bereits zur Genüge gethan. Von den beiden Lords, die bei dieſer traurigen Geſchichte betheiligt waren, wurde der zweite, der Graf von Warwick und Holland, der mit dem Obriſten Weſtburh ſich geſchlagen hatte, und von ihm verwundet worden war, von ſeinen Pairs, vor die er, unter dem Vorſitze des Lord Stewards *), Lord Somers, geſtellt wurde, nicht ſchuldig erfunden,

* Lord Oberrichter bei außerordentlichen Angelegenhei⸗ ten, Großhofmeiſter. Henry Esmond. 1. 19