Teil eines Werkes 
[1] (1853)
Entstehung
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„Und Sie gaben vor, daß Sie uns liebten, und wir glaubten Ihnen: — und Sie machten unſer Haus zu einem unglücklichen, ſo daß das Herz meines Gatten ſich mir entfremdete: und ich verlor ihn durch Sie, — ich verlor ihn, ſage ich, — ihn, den Gatten meiner Jugend. Ich verehrte ihn, — ich betete ihn an: Sie wiſſen das, — und er wurde ein ganz anderer Menſch, mir gegenüber. Es war nicht mehr mein alter Francis, — mein lieber, lieber Soldat.

„Er liebte mich, ehe er Sie ſah: und ich liebte ihn: — oh! Gott iſt mein Zeuge, wie ich ihn liebte! Warum ſchickte er Sie nicht fort? Es war bloß ſeine Freundlichkeit, die mir damals Nichts zu verſagen ver⸗ mochte, und die Sie im Hauſe zurückhielt. Und ſo jung Sie damals auch noch waren, — ja, und ſo ſchwach, und ſo allein Sie waren, ſo war es doch ein Unglück, — ich wußte es, daß er Sie behielt. Ich las es in Ihrem Geſichte und in Ihren Augen. Ich ſah, daß Sie uns Unheil verkündeten, — und das Un⸗ heil kam; ich wußte, daß es kommen würde.

„Warum ſtarben Sie nicht, als Sie die Blattern bekamen, — und als ich ſelbſt zu Ihnen kam, und

über Sie wachte, und Sie mich in Ihrem Delirium

nicht kannten, — und Sie nach mir riefen, obgleich ich neben Ihnen war? Alles, was ſeitdem geſchehen, war eine gerechte Strafe, — war ein gerechtes Gericht für mein böſes Herz, — ja, für mein böſes, eiferſüchtiges Herz. Oh, ich bin geſtraft, furchtbar geſtraft! Mein Gatte liegt da in ſeinem Blute, — ermordet, weil er mich vertheidigte, mein gütiger, gütiger, edelmüthiger Herr, — und Sie ſtanden dabei, und ließen ihn ſter⸗ ben, Henry!“

Dieſe in wildem Schmerze von einer Perſon ge⸗ ſprochenen Worte, die ſonſt ſo ruhig war und ſo ſelten onders, als mit einem ſauften Lächeln und in beſänf⸗ tigendem Tone ſprach, gellten furchtbar in Esmond's