Teil eines Werkes 
[1] (1853)
Entstehung
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behauptete. Sie war mager, und gelb, und hohlwangig, und es war ihr Zähnefletſchen nicht eben die holdeſte Erſcheinung; alle rothe und weiße Schminke in ſämmt⸗ lichen Buden Londons vermochten keine Schönheit aus ihr zu machen. Mr. Killigrew nannte ſie nur die Si⸗ bylle, — den Todtenkopf, der bei des Königs Gaſtmahl als ein memento wori aufgeſtellt ſei u. ſ. w. u. ſ. w.: — kurz und gut, ſie war ein Frauenzimmer, die wohl leicht zu erobern ſein mochte, zu deren Eroberung aber ein guter Appetit und eine gute Doſis Muth gehörte. Und dieſe Doſis Muth beſaß Thomas Esmond. Es gelüſtete ihn nach den Erſparniſſen my Lord Caſtle⸗ wood's, deren Betrag das Gerücht gewaltig übertrieben hatte. Von Madame Iſabel hieß es, ſie beſitze könig⸗ liche Juwelen von großem Werthe, während der arme S Esmond nur noch einen unverpfändeten Rock eſaß.

My Lord beſaß um dieſe Zeit ein ſchönes Haus in Lincoln's⸗Inn⸗Fields, in der Nähe von Duke's Theatre *) und von der Capelle des portugieſiſchen Geſandten. Tom Esmond, der das erſtere ſo lange beſucht hatte, als er an Schauſpielerinnen Geld zu verſchwenden gehabt, ging jetzt eben ſo fleißig in die Kirche. Er ſah ſo mager und abgeſchabt aus, daß er ohne alle Schwierigkeit für einen bußfertigen Sünder galt. Und da er ſich ſo bekehrte und zur römiſchen Kirche übertrat, darfman mit Sicherheit annehmen, daß er Prieſter ſeines Oheims zu ſeinem Gewiſſensrath erkor.

Dieſer liebevoll geſinnte Pater ſöhnte ihn mit dem alten Lord, ſeinem Oheim, aus, der noch kurz zuvor es verſchmähte, mit ihm zu ſprechen, während Tom unter dem Fenſter von my Lords Kutſche vorüberging. Seine

*) Herzogs⸗Theater.