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und ſagte einige Worte zu ihm, die ſo freundlich und mit ſo holder Stimme geſprochen waren daß es dem Knaben, der noch nie ſo viel Schönnheit geſchaut, war, als ob der Finger eines höhern Weſens oder Engels ihn zu Boden würfe, und daß er die ſchöne, beſchü⸗ tzende Hand küßte, während er ſich auf ein Knie nie⸗ derließ. Bis zu der letzten Stunde ſeines Lebens erinnerte ſich noch Esmond der Dame, wie ſie ſprach und aus⸗ ſah: nie vergaß er die funkelnden Ringe an ihren ſchö⸗ nen Fingern, ja nicht einmal den Duft ihres Gewan⸗ des: ſtets ſchwebte ihm vor der Glanz ihrer Augen, die vor Ueberraſchung und von Güte ſtrahlten; nie kamen ihm ihre blühenden, bezaubernd lächelnden Lippen aus dem Sinn, noch der goldene Heiligenſchein, den die Sonne um ihr Haar bildete.
Noch befand ſich der Knabe in dieſer demüthigen Stellung, als hinter ihm ein ſtattlicher Herr eintrat, der ein kleines, vier Jahre altes Mädchen an der Hand führte. Der Herr brach in ein gewaltiges Gelächter aus über die Dame und ihren Anbeter, mit ſeiner klei⸗ nen ſonderbaren Geſtalt, ſeinem fahlen Geſichte, und ſeinem langen ſchwarzen Haare. Die Dame erröthete, und ſchien, durch einen bittenden Blick auf ihren Ge⸗ mahl, alle Späſſe abwenden zu wollen; denn der Mann, der jetzt eingetreten war, war my Lord Visconnt, und es kannte ihn der Knabe, da er ihn, zu den Lebzeiten des ſeligen Lords, ſchon ein Mal geſehen hatte.
„Dieß iſt alſo der kleine Prieſter!“ ſpricht my Lord, auf den Jungen niederblickend; „willkommen, Vetter!“ .
„Es läßt ihn Mamma beten,“ ſagt das kleine Mädchen, das ihrem Papa bis an das Knie reichte;“ und my Lord brach bei dieſen Worten in ein anderes gewaltiges Gelächter aus, und Vetter Henry ſah recht tölpelhaft darein. Er erfand ein halbes Dutzend Reden als Antwort darauf aber erſt Monate darnach, als er


