Teil eines Werkes 
[1] (1853)
Entstehung
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Augen ſtrahlten von einer Freundlichkeit und Güte, die Esmond's Herz vor Ueberraſchung heftig ſchlagen machten.

Ja freilich⸗ ſein Name iſt Henry Esmond, my Lady,“ ſpricht Mrs. Workſop, die Haushälterin (— eine alte Tyrannin, der Henry mehr zu ſchaffen machte, und die er mehr ärgerte, als daß er ſie haßte —), und die alte Kammerfrau blickte dabei bedeutungsvoll nach dem Porträt des jüngſt verſtorbenen Lords hin, wie es noch jetzt in der Familie zu ſehen iſt, voller Adel und ernſtblickend, mit der Hand auf dem Degen, und auf dem Mantel den Orden, den der ſelige Lord während des Krieges, der an der Donau gegen die Türken geführt wurde, von dem Kaiſer bekommen hatte.

Als ſie die große und unbeſtreitbare Aehnlichkeit zwiſchen dieſem Porträt und dem Knaben ſah, errö⸗ thete die neue Vicomteſſe, die, während ſie das Porträt anſah, die Hand des Knaben immer noch feſthielt; dann ließ ſie letztere plötzlich fahren, und ging, gefolgt von Mrs. Workſop, die Gallerie entlang.

Als die Lady zurückkam, ſtand Henry Esmond ge⸗ nau noch an demſelben Flecke, und in der Lage ſeiner Hand hatte ſich ebenſo wenig Etwas verändert; denn ſie ruhte immer noch an der Stelle ſeines ſchwarzen Rockes, auf die ſie gefallen war.

Es wurde ihr, wie ich vermuthe (— auch hat ſie mir das ſeitdem geſtanden —) weich ums Herz bei dem Gedanken, daß ſie ſich gegen irgend einen Menſchen, mochte derſelbe nun groß oder klein ſein, etwa einer Unfreundlichkeit ſchuldig machen könnte; denn als ſie zurückkam, hatte ſie die Haushälterin durch die Thüre am entfernteren Ende der Gallerie mit einem Auftrage weggeſchickt; und als ſie zu dem Knaben zurückkam, mit einem Blicke voll unendlichen Mittleids und voll unendlicher Zärtlichkeit, ergriff ſie ſeine Hand wieder, und legte ihre andere ſchöne Hand auf ſeinen Kopf,