geleſen haben, wiſſen, daß es eine Perſon, Namens Blondel gab, die eigentlich den ganzen muſikaliſchen Theil der Lieder des Koͤnigs machte, und was die Worte betrifft, ſo konnen wir uͤberzeugt ſein, daß es, wenn ein Koͤnig Verſe ſchreibt, Leute genug giebt, die ſeine Gedichte bewundern.
Se. Majeſtaͤt konnte Einem eine Ballade, von der er jede Idee geſtohlen, nach einer Meledie vorſingen, die auf allen Leierkaͤſten der Chriſtenheit zu hoͤren war, ſich dann zu ſeinen Hoͤflingen wenden, und ſa⸗ gen: „Wie gefaͤllt Euch das? ich habe es heute fruͤh ſo hingeworfen;“ — oder: Blondel, was haͤltſt Du von dieſer Klauſe in B?“ oder was noch Alles. Und die Hoͤflinge und Blondel pflegten dann als echte Heuch⸗ ler aus Leibeskraͤften zu applaudiren.
Eines Abends, es war der Abend des 27. Maͤrz 1199, regalirte Se. Majeſtaͤt, die ſich in muſikaliſcher Stimmung befand, den Hof mit einer Quantitaͤt ſei⸗ ner ſogenannten Compoſitionen, bis es die Leute muͤde waren in die Haͤnde zu klatſchen und ſich in's Faͤuſt⸗ chen zu lachen. Zuerſt ſang er eine Originalro⸗ manze und Melodie, welche anfing:
Ergoͤtzt Euch am Leben, Weil noch das Laͤmpchen gluht, Pfluͤcket die Relke, Eh' ſie verbluͤht u. ſ. w. und war bereit einen koͤrperlichen Eid darauf abzule⸗ gen, daß er ſie erſt vorgeſtern componirt habe. 3*


