Teil eines Werkes 
1. Band (1851) Rebecka und Rowena
Entstehung
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O Richard, mein guter König, koͤnnte ich doch noch einmal Deine Stimme an der Fronte des Treffens hoͤren. Ihr Gebeine Brians des Templers, koͤnntet Ihr doch aus Euerm Grabe zu Templestown auf⸗ erſtehen und wir noch eine Lanze brechen fuͤr die Ehre und — und . ..

Und fuͤr Rebecka! wollte er ſagen, — aber der Ritter hielt hier in ſchuldbewußtem Schrecken inne und Ihre konigliche Hoheit, die Prinzeſſin Rowena (wie ſie ſich zu Hauſe zu nennen beliebte), blickte ihn aus ihren porzellanblauen Augen ſo ſcharf an, daß es Sir Wilfried war, als ob ſie ſeine Gedanken leſen koͤnne und er ſeine Augen in den Becher fallen ließ.

Mit Einem Worte, ſein Leben war unerträglich. Die Eßſtunde des zwolften Jahrhunderts war bekannt⸗ lich eine ſehr fruͤhe, in der That ſpeiſ'ten die Leute um zehn Uhr Morgens zu Mittag, und nach Tiſche ſaß Rowena lautlos unter ihrem mit dem Wappen Eduards des Bekenners geſtickten Thronhimmel und arbeitete mit ihren Maͤgden an den haͤßlichſten Sti⸗ ckereien, die die Torturen und den Maͤrtyrertod ihrer Lieblingsheiligen darſtellten, und geſtattete keiner Men⸗ ſchen⸗Seele, ein lautes Wort zu ſprechen, außer wenn ſie mit ihrer ſchrillenden Stimme ein Geſchrei erhob, ſobald eine Magd einen falſchen Stich machte oder einen Garnknaͤuel fallen ließ. Es war ein trauriges Leben — Wamba wagte es, wie geſagt, nie, einen

Witz zu machen, außer fluſternd, wenn er zehn Mei⸗ Rebecka und Rowena. 2