Teil eines Werkes 
1. Theil (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 166 —

heiligen Jungfrau geſungen; — da fullten ſich dieſe Hallen mit prachtvollen Paſchas und Agas, die ſich hier in kriegsfreien Zeiten vergnuͤgten, und Chriſten⸗ und Ritterthum, nachdem ſie ſeine gewaltigſten Krieger ge⸗ ſchlagen, ebenſo verſpotteten, wie dies der Englaͤnder mit dem Franzoſen thut. Jetzt ſind dieſe ruhmvollen Ge⸗ baͤude armſeligen Haͤndlern uͤberlaſſen, die ihre Buden mit Bettelkram auf dem Bezar aufſchlagen, oder irgend einem geringen Beamten, der ſein elendes Einkommen, das ihm noch dazu in ſchlechter Muͤnze gewaͤhrt wird, durch Betruͤgerein vermehrt. Der Mahomedanismus zahlt jetzt mit Zinn, anſtatt mit Silber und Gold. Die Herren der Welt haben ſich uͤberlebt. Das machtloſe, alte Schwert ſchreckt heutzutage Niemanden mehr; auch der Stahl iſt zu Zinn geworden, er kann kein Chriſtenhaupt mehr von den Schultern trennen. — In der Geſchichte der Kreuzzuͤge waren meine Sympathien allzeit fur die Tuͤrken. Sie ſchienen mir von den bei⸗ den ſtreitenden Theilen die beſten Chriſten zu ſein, menſchlicher, nicht ſo unvernuͤnftig von ihren eigenen Verdienſten eingenommen, und edelmuͤthiger in der Wuͤrdigung ihrer Nachbarn. Soweit ich den wirkli⸗ chen, urkundlichen Thatbeſtand jener Geſchichten zu er⸗ forſchen vermochte, erſcheint mir Saladin als eine Perle der Bildung, im Vergleiche zu dem rohen Rindfleiſcheſſer Richard, ruckſichtlich deſſen Sir Walter Scott alle Welt irre gefuͤhrt hat. Wenn endlich werden wir eine

—

—