1464
Statt und Stuhl, auch mit dieſen ächten, rech⸗ ten, ſchildbaͤrtigen und ehrbaren Schöffen, als ſich das mit Recht gebuͤhret, zu richten unter Konigsbann und hochſter Pön beim Hals und der Weide.“
Ein jeder der Schöſen ſchwang den gezogenen Dolch uͤber dem Haupte, und alle ſprachen:
„Nach Recht und Gerechtigkeit wollen wir richten, wie ſich das gebühret, ein jeder bei ſei⸗ nem Eide.⸗
„Nun ſo klage denn — rief der Frigraf —
Kläger, klage, wie Du weißt, bei Deinem Eide!“
Und es trat uf: der Schoͤffe Kaspar von Hohenbuͤhel, und ſprach:
„Als vor kurz vergangener Zeit der Nittr Wolfrath von Wolfingen in den Wald ge⸗ zogen war, um ein Wild durch ſein Geſchoß zu fällen, wurde er von drei Mördern zu Roß an⸗ gefallen, welche ihn nieder zu ſchlagen ſtrebten. Sie würden ihn auch überwältigt haben, wenn nicht durch Gottes Schickung ein Ritter aus Thüringen mit ſeinen Knappen hinzu gekommen wäre, und die Meuchelmorder uberwunden hätte. Einer von ihnen lebt noch, und iſt der Knappe


