8
„Tretet beide näher — ſprach der Kaiſet — Ich habe Euch Zeit genug zur Ueberlegung gelaſ⸗ ſen. Habt Ihr dieſe benutzt und Euch verglichen? Wohl! ſo überhebt Ihr mich Sun einen Richterſpruch zu thun.“ 1
„Geſtrenger Herr Kaiſer! — antwortete Rabe im Uebermuthe und dem Bewußtſeyn, den hohen Richter auf ſeiner Seite zu haben — Er⸗ wägt, ob ich bei meiner erwieſenen Unſchuld an einen Vergleich denken konnte. Soll ich ihm ge⸗ ben, was ich nicht empfing?“
Der Kaiſer. Nein! Das könnt Ihr ſre⸗ lich nicht. Kläger! wiederholt alſo Eure Klage nochmals in der uͤrze.
Kunz. Ich habe dem hier gegenwärtigen Herberger Rabe vor drei Monden, als ich bei ihm herbergte, zweihundert Mark Silbers in ei⸗ tel Goldſtuͤcken, und in einem lederneu Beutel, verſiegelt mit dieſem meinem Siegelringe, auf⸗ zubewahren gegeben, und ihm alſo anvertraut. Jetzt aber, da ich wiederkomme, und die Zuruͤck⸗ gabe meines Eigenthums verlange, verweigert mir dieſelbe, und behauptet, nichts von . . pfangen zu haben.
Rabe. Ich habe dieſen Maun uſen, da


