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Die Ideale : Ein Roman / von H. Stahl
Entstehung
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316 thut es am wenigſten. Sie iſt ſtill und heimlich und mild, wie ihr Ausdruck. Nur erborgtes Gefühl prunkt. — Und das eben, fuhr ſie mit erhoͤhter Stim⸗ me fort, iſt der Fluch einer kränkelnden, unerſättlichen Phantaſie, daß ſie den lauten Prunk haben will, daß die ſtille Innigkeit unbeachtet oder verachtet an ihr voruͤbergeht. Wehe dem Menſchen, der hienieden Idealen nachjagt! Gluͤck⸗ lich, weſſen Herz ſich zum ſtillen Her⸗ zen findet! Schweigend gab Hildegun⸗ de dem geliebten Ritter die Roſenknos⸗ pe; verwirrt und beſchaͤmt erwiederte ſie den Gruß ſeiner Liebe. Nicht ſchoͤne Worte druͤckten ihre Gefuͤhle aus; aber der Ritter glaubte ihr dennoch, und wähnte nicht, ſie ſtehe nicht auf derſel⸗ ben Stufe des Gefuͤhls mit ihm; und Roland blieb treu! — Und Roland blieb treu! wiederholte ſie mit ſtarker Stimme. .

Da konnte ſich Altheim nicht mehr halten; ſein ganzes Weſen gerieth in Aufruhr. Wer anders als ſie konnte ſo ſprechen! — Adeline! rief er und warf ſich vor ihr nieder und umfaßte ihre Kniee, und fah flehend zu ihr empor. Adeline! Kannſt Du mir vergeben? O, ſey wie⸗ der die Meine! Lege dieſe quslende Maske ab!