— 193 — ſeine Gaͤſte, der Fuͤrſt Brauthal und Prin⸗ zeſſin Karoline, ſchliefen noch. Er verließ ſein Kabinet und ging in das Drangerie⸗ gaͤrtchen hinter dem Schloſſe, um im Dufte der fremden Gewaͤchſe den ſchoͤnen Morgen doppelt zu genießen. Dann ging er auf ſein Zimmer zuruͤck, und freuete ſich untetwegs uͤber den Reichthum, der uͤberall ihn anlachte. Er legte ſich in ſein Fenſter und ſah wohl⸗ gefaͤllig in den belebten Schloßhof hinab, in die Geſchäftigkeit und das Getreibe der Be⸗ dienten. Da ſiel ihm der Kontraſt ein ge⸗
gen das Lorige Jahr, wie da an dieſem Tage
alles ſtill und todt und öde hier geweſen war. Rein Bedienter bewegte ſich damals, wo jetzt huͤbſche, wohlgenährte Burſche und ſchäkernde, freundliche Mädchen herumſpran⸗ gen; die Remiſen ſtanden leer, durch deren Gitter jetzt glänzende Chaiſen und Droſchken ſchimmerten; in den weiten, geräumigen Ställen war es todt, in denen jetzt ſtolze, 13


