Druckschrift 
Die Familie Hachenburg : Novelle / von H. Stahl
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 191 —

Da that ſich leiſe, kaum hoͤrbar, die niedrige Thuͤr auf, die von der Kirche auf den Chor fuͤhrt, und langſam ſchritt durch dieſelbe die hohe Geſtalt des fremden Offi⸗ ziers, den man ſchon lange mit Theilnahme betrachtet hatte. Bebend ſchritt er vor, ſtarr die Augen auf die Leiche gerichtet. Reben dieſer knieete er nieder, ohne Laut und ohne Bewegung ſie lange betrachtend. Dann beug⸗ te er ſich uͤber ſie, druͤckte einen Kuß auf die weiße Stirn, erhob ſich langſam und ging mit feſten Schritten aus dem Chor, aus der Kirche. Riemand hatte ihn ge⸗ ſtoͤrt, Niemand ihm Einhalt zu thun ge⸗ wagt. Zwiſchen den Nonnen ſtand er auf einmal, ohne daß ſie ihn hatten nahen ſehen, und der Schrecken lähmte ſie, als ſie den hohen Mann mit dem bleichen Ge⸗ ſichte und in der beſternten Uniform ne⸗ ben der Leiche erblickten.